HOME

+++ Newsticker zur Ebola-Epidemie +++: Krankenschwester kritisiert verschärfte Quarantäne-Regeln

Eine US-Krankenschwester bekam bei ihrer Einreise die verschärften Quarantäne-Regeln der USA zu spüren. Sie fühlte sich wie "eine Kriminelle" - und fordert mehr Menschlichkeit.

In den USA geht die Angst vor Ebola um. New York und New Jersey haben bereits ihre Einreise-Bestimmungen geändert. Genau darüber beklagt sich jetzt eine Krankenschwester.

In den USA geht die Angst vor Ebola um. New York und New Jersey haben bereits ihre Einreise-Bestimmungen geändert. Genau darüber beklagt sich jetzt eine Krankenschwester.

+++ 11.51 Uhr Belgien stockt Hilfsgelder auf +++

Für Lufttransporte in die von der Ebola-Epidemie erschütterten Länder stellt Belgien weitere 2,5 Millionen Euro zur Verfügung. Die Nothilfe soll an die Vereinten Nationen fließen, wie die belgische Nachrichtenagentur Belga am Sonntag unter Berufung auf Entwicklungsminister Alexander De Croo meldete. Dies soll helfen, den Transport von Medikamenten und Material zur Isolierung zu ermöglichen. Auch für die Lieferung von Nahrungsmitteln könnte das Geld verwendet werden. Damit stockt das belgische Ministerium für Entwicklungshilfe den bisherigen Betrag von sieben Millionen Euro Hilfsgelder weiter auf.

+++ 10.52 Uhr: Ebola-Verdacht in Australien +++

Die australischen Behörden haben am Sonntag einen Ebola-Verdachtsfall gemeldet. Allerdings sei die Gefahr gering, dass sich die 18-Jährige aus Brisbane tatsächlich bei einem Aufenthalt in Guinea mit dem tödlichen Virus angesteckt habe, sagte die Gesundheitschefin des Staates Queensland, Jeannette Young. Die junge Frau war vor elf Tagen aus Afrika zurückgekehrt. Nachdem sie Fieber bekam, wurde sie auf eine Isolierstation in Brisbane gebracht, die Testergebnisse stehen noch aus.

Die Identität der Kranken wurde nicht öffentlich gemacht. Sie war vor elf Tagen zusammen mit acht Familienmitgliedern aus zurückgekehrt und war seitdem zu Hause geblieben und hatte auch keine Besucher. Die Frau hatte in dem westafrikanischen Land nach ihrem eigenen Wissen keinen Kontakt zu Ebola-Kranken, sagte Young.

Eine Ebola-Erkrankung sei daher "unwahrscheinlich", sagte die Behördenchefin. Auch bestehe keine Gefahr, dass sie die Krankheit in Brisbane verbreitet haben könnte, weil sie zu Hause praktisch schon unter Quarantäne gestanden habe. Auch ihre Angehörigen wurden inzwischen unter Quarantäne gestellt. Das Ergebnis eines ersten Tests solle am Montag vorliegen, anschließend würden weitere Tests gemacht.

+++ 9.52 Uhr: Krankenschwester prangert Quarantäne-Regeln an +++

Nach ihrer Rückkehr von einem Hilfseinsatz für Ebola-Kranke in Sierra Leone in die USA hat sich eine US-Krankenschwester über die Behandlung durch die Behörden am Flughafen in New Jersey beschwert. Sie sei stundenlang festgehalten und ausgefragt worden, als sei sie "eine Kriminelle", schrieb Kaci Hickox am Samstag in einem Beitrag für die Zeitung "The Dallas Morning News". Sie wünsche solch eine Situation niemandem und sorge sich um ihre Kollegen, die künftig aus Ebola-Gebieten heimkehrten.

Die US-Bundesstaaten New York und New Jersey hatten am Freitag ihre Einreisebestimmungen für alle verschärft, die aus Westafrika in die USA zurückkehren. Wer mit Ebola-Patienten Kontakt hatte, muss 21 Tage lang in Quarantäne. Hickox schrieb, sie habe am Freitag am Flughafen von Newark in New Jersey ein "wahnsinniges Durcheinander" erlebt und niemand habe sich verantwortlich gefühlt und ihr gesagt, wie es weitergehe. Schließlich sei sie eskortiert von acht Polizeiautos ins Krankenhaus gebracht worden, wo ein erster Ebola-Bluttest negativ ausfiel.

"Wir brauchen mehr medizinisches Personal im Kampf gegen die Epidemie in Westafrika", schrieb Hickox. "Die USA müssen die Pflegekräfte bei ihrer Heimkehr mit Würde und Menschlichkeit behandeln." Auch die Organisation Ärzte ohne Grenzen, für die die Krankenschwester in Sierra Leone arbeitete, zeigte sich "besorgt" angesichts der mit den neuen Quarantäne-Regeln verbundenen "Unklarheit".

+++ 5.05 Uhr: Cap Anamur fordert mehr Engagement +++

Beim Einsatz gegen Ebola hat die Hilfsorganisation Cap Anamur mehr Engagement und eine bessere medizinische Hilfe für die am stärksten betroffenen Länder Westafrikas angemahnt. "Wir haben schon sehr früh vor den Gefahren von Ebola gewarnt, aber es ist lange nichts angelaufen", sagte der Vorsitzende der Hilfsorganisation, Werner Strahl. Cap Anamur betreibt in Sierra Leones Hauptstadt Freetown ein Kinderkrankenhaus, auch eine Isolierstation ist gerade fertig geworden. Außerdem werden Waisenkinder versorgt.

Die Lage in Sierra Leone sei sehr ernst. "Die Preise für Nahrungsmittel haben sich verdoppelt, der Tourismus ist völlig zusammengebrochen, es wird nicht mehr richtig gearbeitet. Transporte im Land sind schwierig geworden. Ganze Straßenzüge sind unter Quarantäne gestellt", sagte Strahl.

+++ 2.37 Uhr: USA geben zwei neue Tests frei +++

Im Kampf gegen hat die US-Arzneimittelbehörde FDA zwei neue Tests freigegeben. Es sei wichtig, dass das Virus möglichst schnell diagnostiziert werden könnte, teilte die Behörde am Samstag mit. Die FDA wolle deshalb die Verfügbarkeit von Tests erhöhen und habe die Noterlaubnis erteilt.

Die beiden Tests von BioFire könnten Ebola innerhalb von einer Stunde in Blut- oder Urinproben feststellen, erläuterte die Firma. Derzeit dauere es 24 bis 48 Stunden bis Ergebnisse vorlägen. Zudem könnte das Verfahren in allen Krankenhäusern mit entsprechender Laborausrüstung angewandt werden und die Proben müssten nicht mehr in spezialisierte Labore geschickt werden. Das treffe auf mehr als 300 Kliniken in den USA zu. Darunter sei auch das Bellevue Krankenhaus, in dem der New Yorker Arzt Craig Spencer behandelt wird. Noch gibt es keinen wirksamen Impfstoff und kein Heilmittel gegen Ebola, es stehen lediglich experimentelle Wirkstoffe zur Verfügung.

kup/Reuters/DPA/AFP / DPA / Reuters