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Ebola-Epidemie: Virus erreicht New York und Mali

Mehr als 10.000 Menschen sind inzwischen an Ebola erkrankt. Auch in Mali und New York gibt es erste Fälle. Die US-Metropole ordnet Quarantäne für Ebola-Helfer aus Westafrika an. Der Tag im Rückblick.

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind in Westafrika bereits über 10.000 Menschen an Ebola erkrankt. Besonders stark stieg die Zahl der Betroffenen in Sierra Leone.

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind in Westafrika bereits über 10.000 Menschen an Ebola erkrankt. Besonders stark stieg die Zahl der Betroffenen in Sierra Leone.

+++ 21.45 Uhr: Illinois stellt Ebola-Helfer unter Quarantäne +++

Nach New York und New Jersey stellt auch der US-Bundesstaat Illinois Ebola-Helfer bei der Rückkehr aus dem Seuchengebiet in Westafrika unter Quarantäne. Gouverneur Pat Quinn gibt die neue Regelung bekannt, nach der Ärzte und Krankenpfleger automatisch 21 Tage lang isoliert werden. Dies entspricht der Inkubationszeit der Krankheit. In Illinois liegt der Chicago O'Hare International Airport, einer der fünf Flughäfen in den USA, über die Passagiere aus Westafrika gegenwärtig ins Land einreisen. Die Landesbehörden reagieren mit ihrer Anordnung auf den ersten Ebola-Fall in der Metropole New York. Die US-Regierung erwägt eine entsprechende landesweite Quarantäne-Vorschrift.

+++ 16.30 Uhr: Malis Präsident Keita warnt vor Panik +++

Nach dem Tod der ersten Ebola-Patientin in Mali wächst die Sorge vor einer Ausbreitung des gefährlichen Virus in dem westafrikanischen Land. "Wir tun alles, um eine Panik und eine Psychose zu verhindern", sagt Malis Präsident Ibrahim Boubacar Keita. Mali habe seit dem Ausbruch der Epidemie alle nötigen Sicherheitsmaßnahmen getroffen, sagt er in einem Gespräch mit dem französischen Radiosender RFI und der Tageszeitung "Le Monde". Er verweist auf verstärkte Kontrollen an Flughäfen. Das Land habe sich aber nicht abgeschottet und werde auch jetzt nicht seine Grenzen zum besonders schwer von Ebola betroffenen Nachbarland Guinea abriegeln.

+++ 15.13 Uhr: WHO: Malisches Mädchen war ansteckend +++

Während das malische Gesundheitsministerium bei der Quarantäne von rund 50 Personen, die mit der verstorbenen Ebola-Patientin in Kontakt gekommen sind, von einer reinen Vorsichtsmaßnahme spricht, hält die Weltgeunsheitsorganisation (WHO) den Fall für sehr ernst. Erste Symptome wie Nasenbluten seien bereits aufgetreten, als sich das Mädchen noch in Guinea aufgehalten habe. Während ihrer Heimfahrt in einem Reisebus seien somit viele Menschen einer hohen Ansteckungsgefahr ausgesetzt gewesen, teilt die WHO mit. Die Lage in Mali sei somit äußerst ernst.

+++ 15.13 Uhr: 50 Menschen in Mali unter Quarantäne +++

Nach dem Tod der ersten Ebola-Patientin in Mali sind 50 Menschen aus dem Umfeld des gestorbenen Mädchens unter Quarantäne gestellt worden. 43 Kontaktpersonen, unter ihnen acht Krankenhausmitarbeiter, stehen in Kayes im Südwesten des Landes unter medizinischer Beobachtung, teilt des malische Gesundheitsministerium mit. Dort war die Zweijährige am Freitag gestorben, nachdem sie sich im Nachbarland Guinea mit Ebola infiziert hatte. Etwa zehn Menschen stehen in der Hauptstadt Bamako unter Quarantäne. Bei ihnen handelt es sich um Angehörige einer Familie, bei der sich das Mädchen und ihre Großmutter nach ihrer Rückkehr aus Guinea kurzzeitig aufgehalten haben, bevor sie weiter in ihren Heimatort reisten.

+++ 14 Uhr: Sierra Leone droht wieder Hunger +++

Die Welthungerhilfe macht auf die gravierenden Auswirkungen der Ebola-Epidemie auf das gesamte Wirtschaftsleben in Sierra Leone aufmerksam. "Ebola bringt das Land wieder auf das Nothilfeniveau", sagt Jochen Moninger, Leiter der Welthungerhilfe in Sierra Leone der "WirtschaftsWoche". Es gebe in dem westafrikanischen Land jeden Tag 40 bis 50 neue Ebola-Fälle. "Wir müssen uns darauf einstellen, dass die Zahl der Neuinfizierten bis Ende des Jahres auf 200 bis 300 pro Tag ansteigt."

Wegen Ebola seien die Schulen geschlossen. "1,6 Millionen Kinder und Jugendliche verlieren ein ganzes Schuljahr", sagt Moninger. Die Regierung habe an allen Bezirksgrenzen Kontrollposten eingerichtet, die nur zwischen 9 Uhr morgens und 17 Uhr abends passiert werden dürften.

Normalerweise brächten Bauern aus dem Nordosten des Landes ihre Ernte nachts in die 200 Kilometer entfernte Hauptstadt Freetown. Diese Transportwege seien nun abgeschnitten, sie müssten ihre Ware tagsüber transportieren. In Sierra Leone gebe es keine Kühlketten. Die Ernte verkomme, noch bevor sie in Freetown eintreffe. Vor der Ebola-Epidemie habe sich Sierra Leone im Aufschwung befunden.

+++ 12.29 Uhr Mehr als 10.000 Ebola-Fälle +++

Die Zahl der Ebola-Fälle in Westafrika ist auf mehr als 10.000 gestiegen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vom Samstag sind 10.141 Menschen an der Seuche erkrankt, 4922 davon sind gestorben. Experten gehen weiterhin von einer hohen Dunkelziffer aus. Im Vergleich zur jüngsten Erhebung, die vor drei Tagen veröffentlicht wurde, hat es im am meisten betroffenen Liberia weder neue Erkrankte noch weitere Tote gegeben. Allerdings ist in Sierra Leone die Zahl der Ebola-Fälle um fast 200 auf 3896 gestiegen. Dort starben in den vergangenen Tagen 22 weitere Menschen an der Krankheit, teilte die WHO in Genf mit.

+++ 10.15 Uhr: SPD: Rückkehrende Helfer in Quarantäne +++

Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Bundestag, Hilde Mattheis, hat sich für Quarantänemaßnahmen für Ärzte und Krankenschwestern aus, die in Westafrika gegen die Ebola-Epidemie im Einsatz waren. Die zurückkehrenden Helfer sollten die Möglichkeit haben, "sich und andere zu schützen" - etwa dadurch, dass sie "nicht unmittelbar nach ihrem Einsatz wieder voll am gesellschaftlichen Leben teilnehmen", so Mattheis. Sollte es notwendig sein, müsse diese Zeit bis zu 21 Tage dauern.

+++ 10.13 Uhr: RKI gegen Ebola-Kontrollen in Deutschland +++

Zusätzliche Sicherheitskontrollen an deutschen Flughäfen im Kampf gegen eine Ausbreitung der Ebola-Epidemie sind nach Ansicht von Experten des Robert-Koch-Instituts (RKI) nicht sinnvoll. Bei allen Reisenden die Körpertemperatur zu messen, gleiche der Suche nach der Nadel im Heuhaufen, sagt RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher in einem Radio-Interview. "Es gibt keine guten Daten, die belegen würden, dass das mehr als Aktionismus ist." Außerdem seien die Messungen alles andere als zuverlässig. Das RKI geht zudem davon aus, dass es in Deutschland höchstens einzelne Ebola-Fälle geben wird.

+++ 4.35 Uhr: New York und New Jersey verschärfen Quarantäne-Regeln +++

Nach der Ebola-Diagnose eines Arztes in den USA haben die Bundesstaaten New York und New Jersey ihre Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Wer in Westafrika Ebola-Patienten behandelt habe oder mit ihnen in Kontakt gekommen sei, müsse bei der Wiedereinreise in die USA künftig für bis zu 21 Tage in Quarantäne, gaben die Gouverneure Andrew Cuomo und Chris Christie am Freitag (Ortszeit) bekannt. Drei Wochen sind die maximale Zeit, die nach einer Ansteckung bis zum Auftreten von Symptomen vergehen kann.

Die neuen Vorkehrungen betreffen Reisende, die aus Guinea, Sierra Leone und Liberia wieder an den Flughäfen JFK in New York und Newark in New Jersey eintreffen, wie die Gouverneure sagten. Auch wer aus den westafrikanischen Ländern zurückkehre, aber keinen wissentlichen Kontakt mit Erkrankten gehabt habe, werde aktiv von den Gesundheitsbehörden überwacht, hieß es.

Die Bundesstaaten reagierten damit auf den Fall eines US-Arztes, der am Donnerstag in New York positiv auf Ebola getestet worden war. Der 33-jährige Mediziner war kürzlich in Westafrika im Einsatz. Er wird in einem Krankenhaus in New York behandelt, sein Zustand war am Freitag stabil. In Westafrika starben bereits fast 4900 Menschen an der Virusinfektion.

kup/AFP / AFP