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Ölpest im Golf von Mexiko: BP will mit der Operation "Top Kill" beginnen

Im Golf von Mexiko naht die Stunde der Entscheidung: Möglicherweise bereits am Mittwochmorgen (Ortszeit) beginnt der Ölkonzern BP die Operation "Top Kill", mit der das seit vier Wochen am Meeresboden des Golfs von Mexiko sprudelnde Ölleck abgedichtet werden soll.

Im Golf von Mexiko naht die Stunde der Entscheidung: Möglicherweise bereits am Mittwochmorgen (Ortszeit) beginnt der Ölkonzern BP die Operation "Top Kill", mit der das seit vier Wochen am Meeresboden des Golfs von Mexiko sprudelnde Ölleck abgedichtet werden soll. Die Aktion, bei der schnell und genau Bohrschlamm und Zement in die undichten Stellen in 1.500 Meter Tiefe gepumpt werden müssen, ist sehr riskant: Geht etwas schief, kann das Leck und damit die Katastrophe sogar noch vergrößert werden.

In Washington verliert die Politik zusehends die Geduld mit BP. Ölklumpen haben inzwischen die ökologisch sensiblen Feuchtgebiete Louisianas erreicht. Ingenieure versuchten in zwölfstündigen Tests am Dienstag herauszufinden, ob der bei Explosion und Untergang der Ölplattform "Deepwater Horizon" Mitte April beschädigte Abdichtkopf den zusätzlichen Druck durch den Schlamm und Zement noch aushalten kann.

Über zwei Leitungen sollen 6.300 bis 8.000 Liter der Masse in den Abdichtkopf gepumpt werden. Geht alles gut, stoppt der Gegendruck der Dichtmasse das aufsteigende Öl, der "Kill" wäre erfolgreich. Falls nicht, fließt im schlimmsten Fall noch mehr Öl als bisher in den Golf.

BP sagte am Dienstag zu, die Operation per Video zu übertragen. Dies sei auf Druck der US-Regierung erfolgt, verlautete aus Washingtoner Kreisen. BP zufolge kann "Top Kill" zwischen mehreren Stunden bis zu zwei Tagen dauern, bis der Erfolg feststehe.

Ein Technik-Professor der Universität Berkely, Bob Bea, sagte, der Erfolg der Aktion hänge davon ab, wie hoch die austretende Ölmenge tatsächlich sei. Alles was über sechs Millionen Liter pro Tag liege, wäre nach seiner Ansicht zuviel für den beschädigten Abdichtkopf.

US-Präsident Barack Obama reist am Freitag, knapp vier Wochen nach seinem ersten Besuch in der Katastrophenregion, erneut nach Louisiana. Ein hoher Regierungsbeamter sagte der Nachrichtenagentur AP, Obama wolle sich persönlich ein Bild über die Lage an der Golfküste und etwaige Fortschritte bei der Bekämpfung der Ölpest machen.

APN / APN