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Jesse Duplantis: "Jesus würde auch nicht per Esel reisen" - Prediger sammelt Spenden für vierten Privatjet

Eindringlich bittet ein Prediger seine Anhänger um Spenden für einen Privatjet: "Das Flugzeug wird nicht mir gehören, es wird unserer Glaubensgemeinschaft gehören." Eine ziemlich dreiste Masche, finden viele Nutzer sozialer Netzwerke.

Privatjet Dassault Falcon 7X, TV-prediger Jesse Duplantis

Eine Dassault Falcon 7X soll es sein - TV-Prediger Jesse Duplantis will seine Botschaft per Privatjet um die Welt tragen

"Menschen erreichen, Leben verändern", das ist - zumindest nach eigener Aussage - das Ziel von Jesse Duplantis. Der 68-Jährige ist einer von unzähligen christlichen TV-Predigern in den USA. Wöchentlich steigt er vor den Kameras in die Kanzel, um seine Botschaften mit seinen Jüngern zu teilen.

Seine "Jesse Duplantis Ministry" betreibt Dependancen in Europa, Australien und Nordamerika. Er vertreibt Bücher, DVDs, Magazine, betreibt Social-Media-Accounts und einen YouTube-Kanal. Allein seiner Facebook-Seite folgen über 700.000 Menschen. Eine große Anhängerschaft, die noch weiter wachsen soll. "Unsere Vision ist die Evangelisierung der Welt", schreibt er auf seiner Internetseite. Ein großes Projekt, für das Duplantis kürzlich in einer  Ausgabe seines Videoformats "This week with Jesse" um Unterstützung seiner Anhänger bat.

"Wir sollten über Flugzeuge sprechen", begann der Prediger seine Videobotschaft, die vor einer Art Ahnengalerie seiner bisherigen Jets aufgezeichnet wurde. "Wie Sie wissen, habe ich bereits drei verscheiden Flugzeuge besessen." Sein aktuelles Flugzeug sei nun schon zwölf Jahre alt. Es habe aber einen entscheidenden Nachteil: Mit dem Modell könne er nicht jeden gewünschten Ort nonstop erreichen, die Folge: höhere Spritkosten und mehr Flughafengebühren. "Also bin ich in ein Gespräch mit Gott eingetreten und er gab mir eine der wichtigsten Botschaften, die ich je von ihm empfangen habe, mit auf den Weg: 'Jesse, du musst ein neues Flugzeug nicht bezahlen, du musst daran glauben.'"

Privatjet für 46 Millionen Euro

Inzwischen sei ihm klar, was diese Worte bedeuten, um dann zur Sache zu kommen: "Ich bin ein gesegneter Mann. Lassen Sie mich einen Aufruf starten: Das Flugzeug wird nicht mir gehören, es wird unserer Glaubensgemeinschaft gehören. Auch mein Nachfolger wird es benutzen können. Denken Sie darüber nach! Wenn Sie wollen, werden Sie mein Partner bei diesem Projekt, ich würde es mir wünschen. Alles, was ich will, ist Menschen berühren, Menschen erreichen und Leben verändern. Ich glaube wirklich: Wenn Jesus Christus heutzutage noch auf der Erde leben würde, er würde auch nicht mehr auf einem Esel reiten, er würde ein Flugzeug benutzen. Denken Sie drüber nach!"

Das Leben sei zu kurz für Reisen mit dem Schiff, per Bahn oder mit dem Auto. Zudem trete bei Linienflügen das Problem auf, sich nicht einfach so abschnallen zu können, um im Stehen zu beten, sagte Duplantis gemeinsam mit einem Predigerkollegen vor zwei Jahren im US-Magazin "The Blaze". Außerdem seien dort stets zuviele Dämonen an Bord.

All diese Punkte ließen nur einen Schluss zu: Seine Kirche benötige eine Dassault Falcon 7X, geschätzter Preis: etwa 46 Millionen Euro, die nun durch Spenden der Anhänger zusammenkommen sollen. "Wir glauben an Gott für eine brandneue Falcon 7X, damit wir überall auf der Welt Station machen können."

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Wie viele Geld seine Jünger schon gespendet haben, ist nicht bekannt. Klar ist allerdings, dass der Spendenauruf auch jede Menge Kritiker auf den Plan ruft, die dem Prediger unredliche Motive unterstellen: "Idiotisch", "lächerlich", "falscher Prophet", "Betrüger" - das sind nur einige der Reaktionen in den sozialen Netzwerken auf die Videobotschaft.

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