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Tödlicher Zwischenfall Kleinkind stürzt von Kreuzfahrtschiff: So schildert die Familie das Unglück

Tragisches Unglück auf einem Kreuzfahrtschiff in Puerto Rico: Ein 18 Monate altes Mädchen ist am Sonntag aus dem elften Stock auf Beton gestürzt und gestorben. Das Kind hatte mit seinem Großvater an einem Fenster auf der „Freedom of the Seas" gespielt. Bisherigen Ermittlungen zufolge war dem Mann das Mädchen einen Moment entglitten, das Kind fiel auf den Anleger. Erst vergangene Woche war ein Crew-Mitglied auf der „Carnival Victory" in der Nähe von Kuba von Bord gegangen, von dem 37-Jährigen fehlt jede Spur.
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Hat ein Großvater ein Kleinkind aus dem Fenster eines Kreuzfahrtschiffes in den Tod stürzen lassen? Das ist die bisherige Version eines Unglücks in Puerto Rico. Doch der Anwalt der Familie schildert den Unfall anders.

Der tödliche Sturz eines Kleinkindes aus dem Kreuzfahrtschiff "Freedom of the Seas" in Puerto Rico hat sich möglicherweise anders zugetragen als bisher dargestellt. Zunächst hatte es geheißen, der Großvater habe das Kind aus einem Fenster gehalten. Dann sei ihm das 18-monatige Mädchen aus den Händen gerutscht und etwa 45 Meter tief auf die Kaimauer gefallen. Die Ärzte konnten das Kind nicht mehr retten.

Der Anwalt der Familie hat nun eine Version des Unfalls geschildert, die den Großvater entlastet und die Schuld am tödlichen Unglück der Schiffscrew gibt. Wie CBS berichtet, bestreitet der Anwalt der Familie, Michael Winkleman, den von offiziellen Stellen geschilderten Unfallhergang. Ihm zufolge sei ein Fenster im Spielbereich des Schiffes offen gewesen und der Großvater habe das erst bemerkt, als es zu spät gewesen sei. Laut der Familie habe die Kleine es geliebt, bei den Eishockey-Spielen ihres Bruders an die Glasscheibe zu schlagen. Deswegen habe der Großvater das Kind hochgehoben und sie auf ein Geländer vor der vermeintlich geschlossenen Fensterfront gesetzt. "Er setzt sie da oben hin und denkt, dass sie gegen das Glas klopfen wird, und es wird großartig sein, und sie klopft gegen das Glas und das nächste, was er weiß, ist, dass sie weg ist", sagte der Anwalt laut CBS.

Die "Freedom of the Seas", eines der größten Kreuzfahrtschiffe der Welt
Wenige Stunden vor dem Ablegen im Hafen von San Juan stürzte das 18 Monate alte Mädchen aus einem Fenster im elften Stock der "Freedom of the Seas"
© Ron Sachs / Picture Alliance

Die Reederei schweigt zum Unfall

Nun erwarte er Antworten von "Royal Caribbean", der Reederei des Kreuzfahrtschiffes. "Warum verbaut man im Spielbereich eines Kreuzfahrtschiffes überhaupt Fenster, die Passagiere öffnen können?", fragt Winkleman. Von der Reederei heißt es bislang laut CBS nur, man unterstütze die Ermittlungen der lokalen Behörden und habe vorerst nichts mitzuteilen. Sollte die Version der Familie stimmen, dürfte das für "Royal Caribbean" sehr teuer werden. Auf seiner Homepage listet Winkleman Fälle auf, in denen er Schmerzensgeld erstreiten konnte. So habe etwa ein Seemann aus Honduras 3.342.440 US-Dollar erhalten, weil ihm nach einer Fußverletzung auf einem Frachter adäquate medizinische Versorgung verweigert worden sei.

Laut dem Kreuzfahrt-Experten von CBS werde man schnell den Unfallhergang kennen, weil auf modernen Kreuzfahrtschiffen mindestens 900 Kameras installiert seien, die rund um die Uhr das Geschehen an Bord aufzeichneten. Auch der Anwalt der Familie hofft auf die Aufnahmen der Überwachungskameras. Sie werden zeigen, durch wessen Fehler das Kleinkind sterben musste.

Quellen: CBS News, CNN, Homepage von Anwalt Michael Winkleman.

tkr

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