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Brasilien: Richter verdonnert Zwillingsbrüder zu doppeltem Unterhalt, weil keiner der Vater sein will

Das hatten sich Fernando und Fabrício aus Zentralbrasilien wohl anders vorgestellt: Um Unterhaltszahlungen für eine Tochter zu vermeiden, wollte keiner der beiden die Vaterschaft anerkennen. Nun müssen beide blechen.

Baby und Vater

Nicht jeder Vater übernimmt gerne Verantwortung für seinen Nachwuchs

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Doppelt hält besser. Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig. Und außerdem trifft es vermutlich nicht den Falschen – irgendeiner dieser Gedanken ist vielleicht einem Richter im zentralbrasilianischem Cachoeira Alta durch den Kopf gegangen, als er nun Zwillingsbrüder dazu verdonnert hat, den Unterhalt für ein Kind zu zahlen. Für ein Kind, für das beide als Vater in Betracht kommen.

Vaterschaftstest bei Zwillingen schwierig

Die beiden Männer, die in den Medien nur Fernando und Fabrício genannt werden, haben laut des Richters ihre Ähnlichkeit dazu genutzt, sich mit so vielen Frauen wie möglich zu treffen – und, wenn sie beim Seitensprung erwischt werden, den Bruder als Ausrede vorzuschieben. Genauso sei das umtriebige Paar auch bei der Feststellung der Vaterschaft vorgegangen, wohl in der Hoffnung, dass letztlich keiner der beiden zahlen müsse. Das Erbgut bei eineiigen Zwillingen ist identisch, weshalb ein DNA-Test kein eindeutiges Vaterschaftsergebnis liefert.

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Weil sich beide vor ihrer Verantwortung drücken, müssen nun beide blechen: 230 Real, ungerechnet 53 Euro. Das entspricht einem Drittel des brasilianischen Mindestlohns. "Einer von ihnen handelt in böser Absicht, um die Tatsache zu verbergen, dass er der Vater ist. Dieses abscheuliche Verhalten kann vom Gesetz nicht toleriert werden", begründete der Richter sein Urteil. Beide Männer werden auch als Vater auf der Geburtsurkunde geführt. Für Mutter und Tochter ist die Entscheidung auch deswegen erfreulich, weil sie doppelt soviel Unterhalt bekommen wie üblich.

Quelle: BBC

nik
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