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San Francisco Ehepaar bekommt Bußgeldbescheid über 1500 Dollar, weil es in eigener Einfahrt parkt

Ein Auto steht in einer Einfahrt als Symbolfoto für eine Geschichte in San Francisco.
Nur wer wie hier eine Garage oder ein Carport hat, darf in San Francisco in der eigenen Hofeinfahrt parken (Symbolfoto)
© Imago Images
Seit mehr als 30 Jahren parken Judy und Ed Craine ihr Auto in der Einfahrt vor ihrem Haus. Jetzt wurden sie deshalb zu einer Geldstrafe von 1500 Dollar Strafe verdonnert. Die Behörden begründen das Bußgeld mit jahrzehntealten städtischen Vorschriften

Jahrzehntelang erfreuten sich Judy und Ed Craine aus San Francisco an ihrem Parkplatz direkt vor ihrem Haus im sehr hügeligen Wohnviertel Noe Valley. Denn sie parkten ihren Wagen die vergangenen 36 Jahre nicht auf der steilen Straße, sondern auf ihrer Hof-Einfahrt. Doch jetzt flatterte dem Ehepaar ein saftiger Bußgeldbescheid ins Haus: Sie sollen 1542 Dollar Strafe für das Parken auf ihrem eigenen Grundstück zahlen. Und wenn sie ihren Wagen nicht entfernen, müssen sie pro Tag eine Gebühr von 250 Dollar zahlen.

Wie die Craines dem Fernsehsender ABC berichten, setzt das Planungsamt von San Francisco damit einen jahrzehntealten Paragrafen durch, der es verbietet, Kraftfahrzeuge aller Art auf dem Parkplatz oder in der Nähe des Hauses zu parken, es sei denn, es gibt eine Garage oder eine Überdachung dazu.

Paar aus San Francisco muss Parkplatznutzung nachweisen

"Das hat uns doch sehr überrascht. Ich habe ihnen zurückgeschrieben und gesagt, dass es sich um einen Fehler handeln muss“, so Judy Craine. "Plötzlich zu erfahren, dass man etwas, das wir jahrelang nutzen konnten, nicht mehr verwenden darf, das ist schon erstaunlich“, ergänzt ihr Ehemann. "Unerklärlich."

Die Craines glauben, dass der Platz seit dem Bau des Hauses im Jahr 1910 als Parkplatz genutzt wurde. Das Planungsamt teilte dem Paar mit, dass die Stadt die Geldbuße erlassen würde, wenn sie nachweisen könnten, dass der Platz seit jeher als Parkplatz genutzt wurde.

Daraufhin grub das Ehepaar ein altes Foto ihrer Tochter von vor 34 Jahren aus, auf dem sie in der Einfahrt neben einem Auto steht. Doch die Behörde teilte ihnen mit, dass das Bild nicht alt genug sei.

Uralte Parkplatz-Verordnung hat ästhetische Gründe 

Schließlich recherchierte Ed Craine so lange im Netz, bis er schließlich bei Google ein verschwommenes Luftbild aus dem Jahr 1938 entdeckte, auf dem ein Auto – oder möglicherweise ein Pferdewagen – in die Einfahrt des Hauses einfährt. Weil das Objekt aber nur als dunkler Fleck erkennbar war, sagte die Planungsabteilung, das Foto sei kein eindeutiger Beweis.

Auf Nachfrage erklärte der Leiter der Planungsabteilung gegenüber dem Sender, dass die Vorschriften vor Jahrzehnten aus ästhetischen Gründen erlassen wurden und dass keine Ausnahmen gemacht werden können. "Ich verstehe, dass der Eigentümer frustriert ist. Ich denke, ich würde mich in ihrer Situation genauso fühlen", so seine Antwort. "Aber das Planungsgesetz sieht nicht vor, dass die Stadt illegale Nutzungen unter Schutz stellt, nur weil sie über einen längeren Zeitraum hinweg unter dem Radar geflogen sind.

Bußgeld-Verfahren gegen Paar aus San Francisco eingestellt

Auf die Nutzung der Einfahrt wurde die Behörde durch eine anonyme Beschwerde aufmerksam gemacht, die nicht nur gegen die Craines, sondern auch zwei ihrer Nachbarn eingereicht wurde, die ebenfalls mit demselben Verstoß konfrontiert wurden.

Schließlich stellte die Stadt das Verfahren gegen die Craines ein und hob die Bußgelder auf, nachdem sich das Paar bereit erklärt hatte, den Parkplatz nicht mehr zu benutzen.

Die Stadtverwaltung teilte den Craines mit, dass das Paar eine Überdachung für den Stellplatz oder eine Garage bauen kann, wenn es weiterhin dort parken möchte.

Ein Hund am Steuer eines Autos.

Sehen Sie im Video: Dieser Hund aus Wales hat offenbar einen kurzen Geduldsfaden. Als seine Besitzerin ihn beim Einkaufen im Auto zurücklässt, startet er einen lautstarken Protest – mit der Hupe ihres Autos.

Quelle:  ABC-News


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