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Schiffsunfälle vor Skandinavien: Ölpest bedroht Küste, sieben Seeleute vermisst

Zwei Schiffsunglücke bei Sturm haben in Skandinavien eine Ölpest verursacht und vermutlich sechs Seeleute das Leben gekostet. Die ersten Öl-Teppiche aus dem Frachtschiff "Full City" haben die Schären-Küste erreicht. Im selben Sturm war zuvor ein anderer Frachter gesunken, von den Besatzungsmitgliedern fehlt jede Spur.

Nach einem Frachterunglück in der Nordsee droht der norwegischen Küste eine Ölkatastrophe. Aus dem in Panama registrierten Frachtschiff "Full City", das bis zu 1120 Tonnen Treibstoff geladen hat, lief am Freitag Öl aus. Es war nahe der südnorwegischen Stadt Langesund in einem schweren Sturm auf Grund gelaufen. Erste Öl-Teppiche wurden bereits an die Schären-Küste gespült. Die Gegend ist ein beliebtes Feriengebiet westlich des Oslo-Fjords. Unweit des Unglücksortes liegen mehrere Schutzgebiete für Seevögel. Der Ölaustritt könne für eine Reihe von ihnen schwere Folgen haben, warnte ein Vertreter der Umweltschutzorganisation WWF. Die Gruppe rief Freiwillige auf, sich an einer Säuberungsaktion zu beteiligen.

Kapitän harrt auf dem Schiff aus

Nach Angaben der Rettungskräfte wurden bislang 16 Seeleute der "Full City" gerettet. Sieben weitere befänden sich noch an Bord. Der Betreiber Cosco aus Hongkong sei aufgefordert worden, auf den Kapitän einzuwirken, damit dieser das Schiff aufgebe. Berichte der Küstenwache deuteten darauf hin, dass es auseinanderbrechen oder untergehen könnte, hieß es weiter.

Im selben Sturm war zuvor ein Frachter aus Norwegen vor der Küste Westschwedens gesunken. Von den sechs Besatzungsmitgliedern fehle jede Spur, teilten die Rettungskräfte mit. Die 70 Meter lange "Langeland", die mit Steinen an Bord in Richtung Norwegen unterwegs war, habe noch ein Notsignal gefunkt, außer Rettungswesten und Trümmerteilen sei aber nichts gefunden worden. Laut norwegischem Wetterdienst herrschte im nordwestlichen Teil der Nordsee nahe der Koster-Inseln in der Nacht Windstärke 9 (75 bis 88 Kilometer pro Stunde). Nach Angaben des Eigners stammt die Crew aus Russland und der Ukraine.

Reuters/DPA / DPA / Reuters