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Boise State University Nach sexistischen Aussagen von Professor: Studentin gründet Stipendium für Frauen und sammelt 100.000 Dollar

Frauen in technischen Berufen
Frauen sind in naturwissenschaftlichen und technischen Berufen immer noch unterrepräsentiert
© serts / Getty Images
Ein Professor an einer US-Universität hatte Frauen prinzipiell die Eignung für einige Fächer abgesprochen. Daraufhin hat eine Studentin Geld für ein Stipendium gesammelt – mit durchschlagendem Erfolg. 

Eine Rede eines Professors der Boise State University hat weit über die Universität hinaus für Empörung gesorgt. Scott Yenor, Professor für Politikwissenschaft an der Hochschule im US-Bundesstaat Idaho, hatte sich bei seinem Auftritt auf einer Fachkonferenz frauenfeindlich geäußert. "Es muss alles versucht werden, Frauen nicht für Ingenieursberufe zu rekrutieren, sondern Männer", hatte Yenor laut dem Portal "The Lily" gesagt. "Das gleiche gilt für Medizin, Jura und Handelsberufe."

Yenors Äußerungen riefen viel Widerspruch hervor, auch die Universität distanzierte sich von seinen Aussagen. Einer Studentin reicht das allerdings nicht – Ally Orr startete eine Online-Sammelaktion, um es jungen Frauen zu erleichtern, ein Studium zu beginnen. Schon mehr als 100.000 Dollar sind über Spenden zusammengekommen. Damit soll ein Stipendium für Frauen finanziert werden, die MINT-Fächer, Medizin oder Jura studieren wollen – also genau in den Fachbereichen, für die sie Professor Yenor nicht als qualifiziert erachtet.

Mehr als 500 Leute spenden für Frauen in MINT-Fächern

Orr ging es darum, für Mädchen und junge Frauen das Narrativ umzudrehen, erzählte die 22-Jährige "Good Morning America": "Ich will nicht, dass ein Mädchen online nachschaut und denkt: 'Oh, ein Professor hat gesagt, dass ich mich von diesem Fächern fernhalten soll.' Sie soll das Stipendium finden und sehen, dass mehr als 500 Spender gesagt haben: 'Ich unterstütze dich, wenn du in diesen Fachbereichen studieren möchtest." Frauen an der Universität sollten sich sicher und unterstützt fühlen, egal welche fachliche Laufbahn sie einschlagen wollten.

Mittlerweile wird ihre Idee sogar offizielle von der Universität unterstützt. Im Frühling soll das Stipendium erstmals vergeben werden. Dabei hatte Orr zu Beginn durchaus Angst vor dem "Machtgefälle", in das sie sich hineinbegab: "Ich wende mich gegen einen Professor mit Doktortitel und ich selbst habe noch nicht einmal meinen Bachelor", sagte die Marketing-Studentin "The Lily".

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Starkes Zeichen gegen sexistische Äußerungen

Scott Yenor hatte die umstrittenen Äußerungen auf einer Konferenz Ende Oktober getätigt. In seiner Ansprache hatte er Frauen als "aufdringlich und streitsüchtig" bezeichnet, deshalb seien sie für die genannten Berufsfelder ungeeignet. Auch nachdem seine Aussagen sich im Internet verbreitet und viel Widerspruch hervorgerufen hatten, hatte Yenor seine Ansicht noch einmal bekräftigt. Frauen sollten genauso dazu ermutigt werden, Mütter und Ehefrauen zu sein, wie einen erfüllenden Beruf zu suchen, sagte er in einem Video auf Twitter.

Ally Orr hat ein starkes Zeichen gegen die sexistischen Äußerungen gesetzt und dafür viel Unterstützung erfahren. Ihr ist aber auch klar: "Das Problem hat nicht mit Scott Yenor begonnen und es endet nicht mit dem Stipendium."

Quellen: "Good Morning America" / GoFundMe / "The Lily" / Scott Yenor auf Twitter

epp

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