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Junge überlebte knapp: Säugling wurde in Mülleimer ausgesetzt – jetzt wollen ihn mehrere Frauen adoptieren

Vergangene Woche wurde in Singapur ein Baby in einem Mülleimer entdeckt. Der Junge lag in einem blutigen Plastikbeutel – offenbar wurde er ausgesetzt. Doch nun wollen ihn gleich mehrere Frauen als Sohn haben.

Die beiden Müllmänner zeigen Polizisten den Abfallbehälter, in dem sie das Baby gefunden haben

Die beiden Müllmänner zeigen Polizisten den Abfallbehälter, in dem sie das Baby gefunden haben

AFP

Ein Baby in Singapur hatte wohl einen großen Schutzengel, als es von zwei Müllmännern in einem Abfallbehälter entdeckt wurde – offenbar wurde es ausgesetzt, war ungewollt. Doch jetzt nicht mehr. Gleich sechs Frauen wollen den kleinen Jungen adoptieren, wie die singapurische Zeitung "The New Paper" unter anderem berichtete.

Anfang vergangener Woche machten Patwari Shamim und Mostafa Kamal, zwei aus Bangladesch stammende Mitarbeiter der Müllabfuhr, ihre Runden in der südostasiatischen Metropole und waren dabei, Abfallbehälter zu sammeln. Dann hörten beide ein Weinen. Zuerst hielten sie es für eine kaputte Puppe.

Müllmänner haben Baby vermutlich das Leben gerettet

Dann überprüften sie den Behälter aber doch – und fanden eine blutige Plastiktüte, in der das Baby lebend lag, wie die beiden "The New Paper" erzählen. Dass die beiden noch mal nachgeschaut haben, hat dem kleinen Jungen vermutlich das Leben gerettet.

"Normalerweise würden wir die Plastiktüte einfach wegwerfen. Wir haben vorher Puppen gefunden, die weinende Geräusche machten. Aber das Weinen, das aus der Tasche kam, war sehr laut und hat mich verängstigt", sagte der 24-jährige Patwari. Nachdem sie ihren Vorgesetzten gerufen haben, öffneten sie die Tüte. Darin lag der nackte, blutüberströmte Säugling, bei dem noch ein Teil der Nabelschnur am Körper hing, wie die Zeitung weiter berichtet.

Einer der beiden Müllmänner suchte ein Stück Stoff, um den Jungen zu säubern und einzuwickeln. Sofort wurde die Polizei gerufen. Die Eltern des Kindes würden noch gesucht, so "The New Paper". Sanitäter hätten beim Baby keine sichtbaren Verletzungen entdeckt. Es wurde dann in ein Krankenhaus gebracht.

Baby aus Singapur wollen mehrere Frauen adoptieren

Patwari sei immer noch sehr erschüttert von dem Vorfall und sorge sich um das Kind, wie er der "New Paper" sagte. Er denke immer wieder darüber nach, was passiert wäre, wenn sie das Kind nicht entdeckt hätten. Im schlimmsten Fall wäre es von der Abfallpresse erdrückt worden. "Ich bin so glücklich, dass das Baby lebt. Ich habe geholfen, ein Leben zu retten. Ich mag meinen Job jetzt noch mehr", erzählt er weiter. Er würde das Kind sogar gerne kennenlernen.

Auch Mostafa, selbst Vater, ist erleichtert: "Als Vater ist dies eines der besten Dinge, die ich in meinem Leben getan habe, um jemanden zu retten."

Nach dem Bericht über den Fund hätten sich insgesamt sechs Frauen bei "The New Paper" gemeldet und gesagt, dass sie das Kind gern adoptieren würden, so die Zeitung. Einige der Frauen seien geschockt gewesen, als sie von dem Fall gelesen hätten.

Singapur hat niedrige Geburtenrate

Eine Frau gab gegenüber der Zeitung an, dass sie und ihr Mann seit vier Jahren versuchen würden, ein Kind zu bekommen. "Es macht mir nichts aus, dieses kleine Baby zu adoptieren. Wenn niemand ihn will, werde ich ihn nehmen. Wir wollen so sehr ein Kind", sagte die Frau gegenüber dem Blatt. Eine weitere Frau sagte: "Seine Geschichte ist traurig. Aber ich werde ihm eine gute Ausbildung geben und ihn als mein eigenes (Kind) erziehen, meine Eltern werden ihn auch lieben."

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, dass sich beim Ministerium für soziale und familiäre Entwicklung in Singapur mehrere Menschen nach einer Adoption des Kindes erkundigt hätten. Klingt also nach einem Happy End für den Jungen.

Kinder werden in Singapur selten ausgesetzt. Der reiche Inselstaat, in dem rund 5,6 Millionen Menschen leben, hat laut Reuters eine der niedrigsten Geburtenraten der Welt und nach Südkorea die am zweitschnellsten alternde Bevölkerung. Neueste Zahlen würden zeigen, dass die Geburtenrate in dem Land auf einem Achtjahrestief liegen. Viele hatten deshalb in sozialen Netzwerken die Mutter beziehungsweise die Eltern des kleinen Jungen kritisiert, so Reuters. Andere wiesen aber auch auf das Stigma hin, welches alleinerziehende Mütter erdulden müssten.

Quellen: Nachrichtenagentur Reuters, "The New Paper"

rw