Spanien/Portugal Waldbrände wüten weiter


Die Waldbrände auf der iberischen Halbinsel sind nicht zu stoppen. Ein Dorf an der Algarve musste evakuiert werden. Die portugiesische Regierung steht in der Kritik, weil sie Lösch-Hubschrauber aus Deutschland und anderen Staaten abgelehnt hat.

Der verheerende Waldbrand in der südspanischen Provinz Huelva ist nicht zu stoppen. Das Feuer vernichtete bereits 25 000 Hektar (250 Quadratkilometer) Korkeichen, Eukalyptus-Bäume und Buschland, teilten die Behörden in der Nacht zum Freitag mit. Rund 400 Feuerwehrleute sind im Kampf gegen die Flammen im Einsatz. Die Löschflugzeuge waren bei Einbruch der Dunkelheit abgezogen worden. Die Polizei rettete ein Ehepaar und vier Kinder, deren Hof von den Flammen eingekreist worden war. Seit Dienstag sind in der Gegend 1100 Einwohner aus ihren Häusern in Sicherheit gebracht worden.

Flammen zerstören Häuser und Autos

An der portugiesischen Algarve-Küste bei Loulé erfasste das Feuer das Dorf Alportel. Die Flammen zerstörten mehrere Häuser und Autos, wie der Zivilschutz mitteilte. Die Polizei evakuierte die Ortschaft und brachte die 300 Einwohner in Sicherheit. Der Großbrand weitete sich zunehmend aus. Mehr als 500 Feuerwehrleute waren pausenlos im Einsatz.

In den vergangenen Tagen sind in Portugal Schätzungen zufolge rund 100 Quadratkilometer Wald ein Raub der Flammen geworden. Das entspricht etwa der Fläche Sylts. Auf Kritik stieß die Entscheidung der portugiesischen Regierung, Lösch-Hubschrauber aus Deutschland und anderen Staaten abzulehnen. Portugals Ministerpräsident Pedro Santana Lopes räumte Versäumnisse beim Brandschutz ein. "Ich bin überrascht, wie viel auf diesem Gebiet noch zu tun ist", sagte er im Parlament. Dennoch lehnte die Regierung aus "technischen Gründen" das Angebot Deutschlands, Großbritanniens und Norwegens ab, Lösch-Hubschrauber bereitzustellen. Umweltschützer kritisierten, Lissabon wolle offensichtlich die Kosten dafür nicht tragen. Unterdessen nahm die Polizei zwei weitere mutmaßliche Brandstifter fest.

Touristengebiete bisher noch nicht gefährdet

Das Auswärtige Amt in Berlin empfahl Urlaubern, vor Antritt ihrer Reise nach Portugal mit den Hotels Kontakt aufzunehmen. Dies gelte besonders, wenn sich die Unterkünfte außerhalb der eigentlichen Touristenbereiche befinden, hieß es am Donnerstag in den Reisehinweisen des Ministeriums. Dort wird allerdings berichtet, dass die betroffenen Gebiete vornehmlich im Hinterland lägen. Daher seien Touristengebiete, insbesondere an der Algarve, zurzeit nicht gefährdet. Sämtliche wichtige Straßen-Verbindungen in der Algarve seien passierbar.

DPA DPA

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