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Familien-Tragödie Der kleine Stephen freute sich auf einen Ausflug – doch der Gilroy-Schütze nahm ihm das Leben


Ein Familienausflug wurde zum Horror-Trip: Auf dem "Gilroy Garlic Festival" in Kalifornien schießt ein Mann um sich. Er trifft drei Mitglieder der Familie Romero aus San Jose. Für den kleinen Stephen gab es keine Rettung.

Eigentlich war das Festival schon fast zu Ende, als es passierte. Wie Tausende andere hatte sich auch die Familie Romero am Sonntag von San Jose, südlich von San Francisco, aufgemacht und war die 60 Kilometer Richtung Süden nach Gilroy gefahren, um sich auf dem alljährlichen "Garlic Festival" einen schönen Tag zu machen.

Das Koch- und Grillfest rund um knoblauchhaltiges Essen ist über Kalifornien hinaus in den ganzen USA ein Begriff. Jeder weiß: Das ist ein Familienfest, und so war es auch für die Romeros ein lohnendes Ziel. Doch von nun an wird die Familie das Festival wohl meiden. Denn von nun an ist es untrennbar verbunden mit dem Tod des kleinen Stephen. Er wurde nur sechs Jahre alt.

Familie bestätigt Stephens Tod

Dass Stephen Romero unter den Opfern jenes Mannes ist, der kurz vor Ende des Festivals in Gilroy am späten Sonntagnachmittag um sich schoss, mindestens drei Menschen tötete und 15 Verletzte, wurde von der Polizei noch nicht bestätigt. Dennoch gibt es keinen Zweifel, dass es so ist, da Familienmitglieder US-Medien den Tod des Jungen bestätigt haben.

Familien-Tragödie: Der kleine Stephen freute sich auf einen Ausflug – doch der Gilroy-Schütze nahm ihm das Leben

Demnach traf der Gilroy-Schütze, der von Zeugen als etwa 30-jähriger weißer Mann beschrieben wird, auch die Mutter und die Großmutter des 6-Jährigen, wie der Vater des Jungen in einem Interview mit dem regionalen TV-Sender NBC Bay Area bestätigte. "Er hatte sein ganzes Leben noch vor sich", sagte der vom Unglück für seine Familie wie paralysiert wirkende Alberto Romero. "Er war nur sechs. Das ist alles, was ich sagen kann." Mutter und Großmutter sind den Ärzten zufolge außer Lebensgefahr.

Stephen Romero – "immer freundlich, immer fröhlich"

Erst im Juni hatte Stephen, der auf allen Bildern, die derzeit durch die sozialen Medien geschickt werden als freundlicher, stets lächelnder Junge zu sehen ist, seinen sechsten Geburtstag gefeiert. Auch aus diesem Anlass hatte die Familie einen Ausflug gemacht - ins Legoland Kalifornien in Carlsbad. Dabei trug er ein schwarzes T-Shirt. Aufschrift: "The Birthday Dude", damit alle sehen konnten, dass es sein großer Tag war. Auf Fotos ist zu sehen, wieviel Spaß Stephen dort hatte.

"Er war immer freundlich, immer fröhlich und, ja, auch verspielt", beschreibt Maribel Romero dem Sender ABC7 News ihren Enkel. Sie ist die zweite Großmutter des Jungen und war beim Ausflug nach Gilroy nicht dabei. "Das muss wirklich ein Kranker getan haben", sagte sie dem Sender, "weil, ein Kind zu erschießen ... das ist ein Familienfest!" Sie hoffe, dass der zweite Täter oder Helfer des Schützen, so es ihn denn gebe, gefasst werde. "Ich will Gerechtigkeit für meinen Enkel", so Maribel Romero.

"Gebete werden das nicht ändern"

Der Tod des Jungen steigerte zusätzlich das Entsetzen und die Wut über die erneuten tödlichen Schüsse auf einem öffentlichen Fest oder an einer Schule in den USA.

"Erklärt mir nochmal, warum Sturmgewehre nicht verboten werden sollten? Wie viele Menschen müssen sterben, bevor diese Mordstöcke von der Straße geholt werden?", fragte beispielsweise Twitter-Userin @carynweiss, und @ChrisLutolf twitterte eine internationale Statistik von Shootings, in der die USA mit weitem Abstand auf dem letzten Platz liegen, und kommentierte die Zahlen mit den Worten: "Hallo Republikaner, Eure Gedanken und Gebete werden diesen Mist nicht ändern!"

Quellen: NBC Bay Area, ABC7 News, Nachrichtenagentur DPA, Gilroy Police (Twitter)

dho

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