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Stuttgarter Flughafen: Müntefering übersteht Notlandung

Dramatische Sekunden auf dem Stuttgarter Flughafen: Eine Maschine vom Typ Fokker 100 musste mit Fahrwerksproblemen notlanden. An Bord befand sich auch der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering.

SPD-Chef Franz Müntefering hat am Montagmorgen eine Flugzeug-Notlandung in Stuttgart unverletzt überstanden. "Es war eine ernste, sehr ernste Situation. Wir sind lange gekreist, haben den Anflug versucht und mussten dann notlanden", sagte der 69-Jährige nach dem Zwischenfall seiner Parteizentrale zufolge. Die Insassen mussten das Flugzeug über den Noteinstieg mit Rutschen verlassen. Eine Flugbegleiterin wurde nach Polizeiangaben leicht verletzt. Mehrere Fluggäste erlitten einen Schock.

Bei der Landung der Fokker 100 aus Berlin-Tegel war es gegen 10.40 Uhr zu Fahrwerksproblemen gekommen. Das Hauptfahrwerk ließ sich nicht komplett ausfahren, teilte der Geschäftsführer der Fluggesellschaft Contact Air, Manfred Gärtner, mit. Daraufhin wurde Großalarm ausgelöst und Start- und Landebahnen gesperrt. Die Maschine landete schließlich auf einem zuvor ausgelegten Schaumteppich.

Das 13 Jahre alte zweistrahlige Düsenflugzeug war mit 73 Passagieren und 5 Besatzungsmitgliedern besetzt, wie die Fluggesellschaft mitteilte. Es war um 8.44 Uhr in Berlin/Tegel gestartet. Alle Insassen im Flugzeug hätten sich sehr diszipliniert verhalten, erklärte Müntefering der Parteizentrale zufolge. "Unser Dank gilt dem Kapitän, der eine Meisterleistung hingelegt hat, und seiner Crew, die die Situation professionell gehandhabt hat." Die Landung sei "sanfter als auf Rädern" gewesen. Flugangst habe er jetzt nicht, versicherte der SPD-Politiker.

"Das reicht einmal im Leben"

In Stuttgart wollte er an einer Wahlkampfkundgebung teilnehmen - zu der er auch nach dem Unfall hinfuhr. In einem Festzelt im Stadtteil Feuerbach hielt er eine Rede und ließ sich mit Wahlkampfhelfern und einer Trachtengruppe fotografieren. Müntefering war noch etwas blass im Gesicht, ließ sich aber vom Bad in der Menge nicht abhalten.

"Das reicht einmal im Leben", sagte der 69-Jährige. "Man guckt schon auf die Welt und findet sie gut." Im Flugzeug habe zwar keine Panik geherrscht. Dennoch sei er sich der schwierigen Situation voll bewusst gewesen. Der Flugkapitän habe die Passagiere die ganze Zeit über die Situation auf dem Laufenden gehalten.

Flughafen gesperrt

Der Flugbetrieb am Stuttgarter Flughafen wurde nach dem Zwischenfall für mehrere Stunden eingestellt. Es kam zu Flugausfällen und mehrstündigen Verspätungen. Vor den Schaltern bildeten sich lange Schlangen. Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung reisten aus Braunschweig an, um die Unglücksmaschine zu untersuchen.

DPA/AP/ukl / AP / DPA
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