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Kaum noch Trinkwasser: Südafrikas Westkap ruft den Notstand aus

Schon lange kämpft die Provinz mit der Dürre. Jetzt steht das Westkap vor der schlimmsten Wasserknappheit seit 113 Jahren. Die Regierung hat den Notstand aufgerufen – und zum Sparen aufgefordert.

Wassermangel auch in Theewaterskloof. Die Gemeinde im Distrikt Overberg, beherbergt den größten Damm in der Region - seine Wasserkapazität liegt bei unter 20 Prozent.

Wassermangel auch in Theewaterskloof. Die Gemeinde im Distrikt Overberg, beherbergt den größten Damm in der Region - seine Wasserkapazität liegt bei unter 20 Prozent.

Kaum Regen, niedriger Wasserstand in den Reservoirs und ein heißer Sommer - die südafrikanische Provinz Westkap leidet unter akutem Wassermangel. Schon seit Monaten werden die Bewohner aufgefordert, sparsam mit dem flüssigen Gut umzugehen. Jetzt hat Premierministerin Helen Zille den Notstand ausgerufen.

Der Alarm gilt zunächst für drei Monate, könnte aber verlängert werden, heißt es in einem Bericht der südafrikanischen "Daily Sun". Darin erklärt Zille, dass als Sofortmaßnahme in den kommenden Tagen zunächst Wasserlöcher in der Nähe von Krankenhäusern und Schulen in besonders trockenen Gegenden gebohrt werden. Auch sollen Grundwasserspezialisten in den jeweiligen Distrikten benannt werden, um die wichtigsten Quellen zu identifizieren, zu koordinieren und zu verwalten. Auch würden mobile Entsalzungsanlagen und Grundwasserkapazitäten im Tafelberg getestet.


Aufruf zum Wassersparen

Hinzu kommt eine lange Liste mit Regeln, an die sich die Einwohner in den betroffenen Gebieten halten sollen, wie zum Beispiel das Duschwasser auffangen, um es für die Toilettenspülung zu benutzen, die Spülung nur betätigen, wenn es wirklich nötig ist, nicht länger als zwei Minuten duschen und Wasch- und Spülmaschinen vor dem Anstellen gut befüllen. Auch zu einem Wassersparkopf in der Dusche und einer Toiletten-Spartaste wird geraten. Privates Autowaschen oder Rasensprengen mit trinkbarem Wasser sind verboten. 

Die Wasserstände in den umliegenden Dämmen, welche die Region mit Trinkwasser versorgen, sind besorgniserregend. Die Wasserkapazität am berühmten Theewaterskloof-Damm in der Nähe von Villiersdorp, dem größten Damm in der Region und somit der Hauptwasserversorgung für Kapstadt, liegt nur noch bei unter 20 Prozent. 

Dennoch, so sagt Zille, sei der Notstand "kein Grund zur Panik". Die Dürre böte vielmehr auch die Möglichkeit, innovativ und verantwortungsbewusst zu handeln. 

jek