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Terror im Jemen: Acht Menschen sterben bei Attentat in Sanaa

Ein Selbstmordanschlag auf die Polizei-Akademie im Jemen ruft in Erinnerung: Al Kaida ist immer noch eine Gefahr.

Bei einem Selbstmordanschlag auf die Polizei-Akademie in Jemens Hauptstadt Sanaa sind am Mittwoch mindestens acht Menschen getötet und 20 weitere verletzt worden. Die Sicherheitskräfte machten das Terrornetzwerk Al Kaida für den Anschlag verantwortlich. Bei der schweren Explosion verletzte sich der Attentäter selbst tödlich, in den ersten Stunden danach wurden elf Verdächtige festgenommen.

Die Sicherheitsbehörden teilten am Nachmittag mit, die Zahl der Getöteten werde sich vermutlich noch erhöhen. Der Name des Attentäters wurde mit Mohammed Ali Nascher al-Ari angegeben. Dieser sei noch lebend vom Anschlagsort abtransportiert worden und dann im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. Der Anschlag wurde verübt, als die 4000 Schüler der Akademie ins Wochenende gingen.

Nach Angaben von Augenzeugen fuhr der Attentäter mit einem Taxi vor und sprengte sich vor dem Südeingang des Gebäudes in die Luft. Das Fahrzeug wurde durch die Explosion vollständig zerstört, vor dem Eingang der Polizei-Akademie lagen Trümmer auf der Straße. Die Polizei sperrte das betroffene Gebiet ab, Rettungswagen brachten die Toten und Verletzten ins Krankenhaus.

Al Kaida kehrt zurück

Es war der zweitschwerste Anschlag in Sanaa seit dem Amtsantritt von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi im Februar. Ende Mai waren bei einem Selbstmordanschlag auf die jemenitische Armee mehr als hundert Soldaten getötet worden. Zu dem Anschlag auf einem zentralen Platz in Sanaa, wo gerade eine Übung für eine Militärparade stattfand, hatte sich die Al Kaida-nahe Rebellengruppe Partisanen der Scharia bekannt.

Die Polizei-Akademie liegt ganz in der Nähe. Anfang Juli hatte das Verteidigungsministerium erklärt, die Behörden hätten vermutlich mehrere Selbstmordanschläge auf Regierungsgebäude in Sanaa vereitelt.

Das Terrornetzwerk Al Kaida hatte im vergangenen Jahr die Schwäche der jemenitischen Regierung infolge der monatelangen Proteste gegen den damaligen Präsidenten Ali Abdallah Saleh genutzt, um seine Macht im Süden des Landes auszubauen. In den vergangenen Monaten hatte das Militär dann eine Offensive gegen die Al-Kaida-Kämpfer gestartet und Mitte Juni die Kontrolle über deren Hochburgen zurückerlangt.

ivi/AFP / AFP