Tropensturm "Gustav" New Orleans bereitet Evakuierung vor


Drei Jahre nach Hurrikan "Katrina" löst Tropensturm "Gustav" in New Orleans Ängste vor einer neuen Katastrophe aus. Die Behörden der Stadt treffen erste Vorbereitungen für eine Evakuierung der Millionenstadt. Bei seinem Zug über die Karibikinsel Hispaniola riss "Gustav" mindestens 23 Menschen in den Tod.

Aus Angst vor Tropensturm "Gustav" haben die Behörden in New Orleans erste Vorbereitungen für eine Evakuierung der Millionenstadt getroffen. Der Gouverneur von Louisiana, Bobby Jindal, rief am Mittwoch den Ausnahmezustand aus und versetzte 3000 Soldaten der Nationalgarde in Bereitschaft. Der Bürgermeister von New Orleans, Ray Nagin, bereitete sich in Denver darauf vor, den Wahlparteitag der Demokraten vorzeitig zu verlassen.

Auch im US-Staat Mississippi wurden Vorbereitungen für die Ankunft von "Gustav" getroffen. Die Küstenregion könne keinen weiteren schweren Sturm vertragen, sagte der Bürgermeister von Biloxi, A. J. Holloway. "Katrina hat uns einfach vernichtet."

Bislang mindestens 23 Tote

Bei seinem Zug über die Karibikinsel Hispaniola riss "Gustav" mindestens 23 Menschen in den Tod. Nach Angaben des haitianischen Zivilschutzes vom Mittwochabend starben dort mindestens 15 Menschen, sieben weitere wurden verletzt. Mehrere Einwohner gelten als vermisst. In der benachbarten Dominikanischen Republik kamen acht Menschen ums Leben. Mit elf Kilometern pro Stunde bewegte sich "Gustav" in der Nacht zum Donnerstag in nordwestlicher Richtung auf den Südosten Kubas und Jamaika zu. Meteorologen warnten jedoch, dass der weitere Weg des Sturms kaum vorhergesagt werden könnte.

Auch in Kuba und Jamaika liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Die kubanische Regierung ordnete die Evakuierung gefährdeter Gebiete an. Bis zum Mittwochabend wurden über 50.000 Menschen, darunter auch ausländische Touristen, in Sicherheit gebracht. Die jamaikanische Regierung versetzte das Land in Alarmbereitschaft. Premierminister Bruce Golding warnte seine Landsleute, die Gefahren durch "Gustav" vor allem wegen der Regenmassen nicht zu unterschätzen.

"Gustav" war am Dienstag als Hurrikan über Haiti hinweggezogen und hatte sich danach abgeschwächt. Meteorologen erwarten jedoch, dass der Sturm über dem Golf von Mexiko wieder Hurrikan-Stärke erreichen wird.

AP/DPA AP DPA

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