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Atomkatastrophe vor 30 Jahren: Er ist 90 Jahre alt - und hat Tschernobyls Todeszone nie verlassen

Im Sperrgebiet rund um Tschernobyl leben Menschen, die selbst der Super-Gau nicht aus ihrer Heimat vertreiben konnte. Und sie sind überzeugt: Uns kann die Strahlung nichts anhaben. Einer von ihnen ist Ivan Schamyanok.

Tschernobyl: Ivan Schamyanok in seinem Haus in der Todeszone

Ivan Schamyanok in seinem Haus in der Todeszone von Tschernobyl. Seit 90 Jahren lebt er dort. 

Weltweit ist Tschernobyl zum Sinnbild einer nuklearen Hölle geworden. Auch 30 Jahre nach der Katastrophe schlummert im Reaktor 4 unter dem Betonsarkophag die tödliche Gefahr. Am 26. April 1986 explodierte der Reaktor in Block 4 des ukrainischen Atomkraftwerks Tschernobyl nahe der Landesgrenze zu Weißrussland. Die Gegend rund um den havarierten Reaktor ist bis heute Sperrgebiet. Die radioaktive Verseuchung ist enorm. Und doch leben hier Menschen.

Der 90-Jährige Ivan Schamyanok ist einer von ihnen. Sein Geheimnis für ein langes Leben: Verlasse niemals dein Heimatdorf. Auch dann nicht, wenn dieses Tulbovich heißt und innerhalb der Todeszone von Tschernobyl liegt.

100.000 Menschen wurden nach der Kernschmelze aus dem Gebiet evakuiert. Doch Schamyanok hat seine Heimat noch nie in seinem Leben verlassen. Von der Strahlung will der 90-Jährige nichts an seinem eigenen Leib erfahren haben und fühlt sich rundum gesund: "Erst gestern waren die Ärzte bei mir, haben alles überprüft und gemessen", erzählte er der Nachrichtenagentur Reuters. "Sie sagten nur: 'Alles in Ordnung bei Ihnen, Opa'", so der 90-Jährige. 

Kein Einzelphänomen

Die Atomkatastrophe hat das Leben von Schamyanok kaum verändert, heißt es in dem Bericht weiter. Er und seine Familie bauten auch nach dem Super-Gau weiterhin Gemüse und Obst an, hielten Kühe, Schweine und Hühner und versorgten sich auf diese Weise selbst.

Und Schamyanok ist kein Einzelphänomen. Samosely nennt man im Russischen diejenigen, die in ihre Häuser in der Sperrzone nach dem Unfall von Tschernobyl zurückkehrten. Ins Deutsche ließe sich der Begriff ungefähr mit Siedler oder Selbstversorger übersetzen. 

Die Samosely sind sich sicher: Das Gemüse und Obst, das sie im verseuchten Sperrgebiet anbauen, ist nicht gefährlich. "Die Rentner, die evakuiert wurden, sind schon längt tot, aber wir leben immer noch", sagte etwa eine Todeszonen-Bewohnerin der russischen Zeitung "Segodnya".

Ivan Schamyanok versorgt sich wie auch viele andere Samosely selbst

Ivan Schamyanok versorgt sich wie auch viele andere Samosely selbst

Tschernobyl-Gemüse in Kiew

Und ab und zu passiert es auch, dass das Tschernobyl-Gemüse auf den Märkten in Kiew landet. Offiziell ist die Ausfuhr jeglicher Lebensmittel aus der Sperrzone verboten, doch das würde niemand kontrollieren, erzählten die örtlichen Bewohner der Nachrichtenagentur Ria. 

In den 80er Jahren konnten die Samosely ungehindert in ihre Häuser zurückkehren, da damals das Gebiet noch nicht offiziell zur Sperrzone erklärt wurde. Heute ist eine Ansiedlung im Tschernobyl-Gebiet verboten. Wer die Samosely besuchen will, braucht einen Passierschein. 


Themen in diesem Artikel
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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