Überschwemmungen in Jakarta Rodungen sind Grund für Flutkatastrophe


Gedankenloser Umgang mit der natürlichen Umwelt ist offenbar die Ursache der Flutkatastrophe in der indonesischen Hauptstadt Jakarta, bei der mindestens 20 Menschen ums Leben kamen und 340.000 obdachlos wurden. Nun wird die Ausbreitung von Krankheiten befürchtet.

Nach Rodungen in den Bergen der Umgebung ergossen sich die Wassermassen tagelanger Regenfälle ungehindert in die zahlreichen Flüsse von Jakarta, die über die Ufer traten. In einigen Teilen der Zwölf-Millionen-Einwohner-Stadt steht das Wasser bis zu vier Meter hoch. Der Wetterdienst warnte für die nächsten zwei Wochen vor weiteren ergiebigen Regenfällen. Betroffen waren sowohl Armenviertel als auch Stadtteile mit Villen und Geschäften. Mehr als 20.000 Gebäude wurde überflutet.

Mängel in der Stadtplanung

Einsatzkräfte waren mit Schlauchbooten unterwegs, um die Bewohner von Häusern zu versorgen, die in höheren Stockwerken Zuflucht suchten. Rund 340.000 Einwohner verloren ihre Wohnung, wie Rustam Pakaja vom Krisenzentrum des Gesundheitsministeriums mitteilte. Die Strom- und Wasserversorgung in der Millionenstadt brach teilweise zusammen. Wegen des Trinkwassermangels wird die Ausbreitung von Magen-Darm-Krankheiten befürchtet.

Umweltminister Racmat Witoelar machte Mängel in der Stadtplanung für die Katastrophe verantwortlich. Die Stadtverwaltung erteile immer wieder trotz ökologischer Bedenken Baugenehmigungen für neue Siedlungen. Der Gouverneur von Jakarta, Sutiyoso, kritisierte die Rodungen in den Bergen von Puncak. Mit den Wäldern sei auch das natürliche Rückhaltebecken bei Regenfällen verloren gegangen. Für das katholische Hilfswerk Caritas, das für die Opfer der Überschwemmungen eine Soforthilfe von 100.000 Euro bereitstellte, erklärte der internationale Leiter Oliver Müller: "Die Erde führt uns in Jakarta vor Augen, wie durch Eingriffe des Menschen eigentlich alltägliche Naturphänomene zur Katastrophe werden."

AP AP

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