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Tongass National Forest: Die Wälder brennen – doch Trump will Schutzgebiete in Alaska zur Abholzung freigeben

Große Teile Alaskas stehen unter Schutz, dennoch soll Donald Trump angeordnet haben, Millionen Hektar Regenwald zur Abholzung freizugeben - mutmaßlich, um dort Bodenschätze ausbeuten zu können.

Alaska - Tongass National Forest

Der Tongass National Forest in Alaska

Picture Alliance

Die Welt, ein Flammenmeer: In Sibirien, im Norden Russlands am Polarkreis, toben deutlich mehr als 150 Brände. In Südamerika stehen zehntausende Hektar Regenwald in Flammen – es sind die verheerendsten Feuer seit 20 Jahren. Die gleiche Situation in Indonesien. In einem der ältesten und artenreichsten Regenwälder der Welt, sind in den vergangenen Wochen 2000 Brände registriert worden. Und als wäre das alles nicht schon Hiobsbotschaft genug, kommt aus Washington D.C. die Nachricht, dass die US-Regierung große Teile des gemäßigten Regenwalds in Alaska zur Abholzung freigeben will - damit würde eine 20 Jahre alte Schutzbestimmung aufgehoben.

Abholzung als Brandbeschleuniger

Abholzung und Brandrodung - etwa, um Flächen für Soja- und Ölpalmenanbau zu schaffen, gelten als eine der Hauptursachen für die aktuellen Großfeuer in Brasilien und Indonesien. Zwar gibt es in anderen Gegenden der Welt, wie in den Bergen Kaliforniens oder in Teilen der afrikanischen Savanne regelmäßig Brände, die aber gehören zur Regulierung der dortigen Ökosysteme.

Dieses vom brasilianischen Verteidigungsministerium zur Verfügung gestellte Foto zeigt ein C-130 Flugzeug, dass Wasser abwirft, um die Brände im Amazonasgebiet zu löschen.

Wie die "Washington Post" berichtet, soll US-Präsident Donald Trump seinen zuständigen Landwirtschaftsminister angewiesen haben, eine Fläche rund vier Millionen Hektar im Tongass National Forest vom Abholzungsverbot auszunehmen. Die freien Flächen würden dann vermutlich für Rohstoffprojekte genutzt. In Alaska befinden sich unter anderem große Ölvorkommen. Anfang 2018 hatte der Kongress Ölbohrungen im Nationalen Arktis-Naturschutzgebiet Alaskas erlaubt – zuletzt hatten Gerichte jedoch einige von der Trump-Regierung erteilte Bohrgenehmigungen als rechtswidrig zurückgewiesen.

Große Teile Alaskas unter Schutz

Schon vor 24 Jahren hatten die Republikaner erstmals versucht Genehmigungen für Bohrungen in dem Gebiet durchzusetzen. 1995 hatte der damalige Präsident Bill Clinton diese Pläne aber per Veto verhindert. 2001, kurz vor seinem Amtsende, hatte er dann verfügt, dass große Teile Alaska unter besonderen Schutz fallen sollten. Die gigantischen Flächen unberührter Natur sind mittlerweile auch zum Urlaubermagnet geworden. Fast jeder fünfte Arbeitsplatz in dem US-Bundesstaat hängt am Tourismus.

Quellen: "Washington Post", Nasa, DPA, AFP, "FAZ"

nik