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Verschollener Flug MH370: Das ist der Mann, dessen Ausweis gestohlen wurde

Er steht auf der Passagierliste von Flug MH370: Dem Italiener Luigi Maraldi wurde in Thailand sein Reisepass gestohlen. Wer stieg unter seinem Namen in die Unglücksmaschine?

Sein Name stand auf der Passagierliste, doch den Flug MH370 nach Peking hat Luigi Maraldi nie angetreten. Jenen Flug, der an diesem Samstag vor der vietnamesischen Küste vom Radar verschwand und von dem es bislang keine Spur gibt.

Maraldi hatte seinen Reisepass vor rund acht Monaten in Thailand als gestohlen gemeldet, seine Angaben wurden von der internationalen Polizeibehörde Interpol registriert. Und doch war es einem Unbekannten möglich, sich mit dem Pass des Italieners an Bord der verschwundenen Maschine nach Peking zu begeben. Der Verdacht eines terroristischen Anschlags verhärtet sich.

Interpol kritisiert Sicherheitsbehörden

Wie Interpol-Generalsekretär Ronald K. Noble erklärte, hätten die Angaben zu den Pässen von Luigi Maraldi und eines Österreichers in den Interpol-Datenbanken zur Verfügung gestanden. Keine Behörde habe jedoch eine Nutzung dieser Pässe signalisiert, seitdem sie 2012 und 2013 in Thailand gestohlen worden waren.

Noble übte unverblümte Kritik an den Sicherheitsbehörden und Fluggesellschaften zahlreicher Länder, die auf einen Datenabgleich bei Interpol verzichten. Wenn zum Beispiel die Fluggesellschaft Malaysia Airlines für eine Überprüfung der Daten der Insassen des Fluges MH370 gesorgt hätte, "müssten wir jetzt nicht spekulieren, ob die gestohlenen Pässe von Terroristen genutzt wurden", um in das Flugzeug zu gelangen, erklärte Noble. Nach seinen Angaben gibt es bei Interpol 40 Millionen Einträge und 800 Millionen Prüfanfragen pro Jahr, dabei würden 60.000 Treffer erzielt.

Nur die wenigsten Länder gewährleisteten einen umfassenden Datenabgleich, beklagte Noble. Aus den USA kämen pro Jahr 250 Millionen Anfragen, aus Großbritannien 120 Millionen und aus den Vereinigten Arabischen Emiraten 50 Millionen. Zusammen sind dies mehr als die Hälfte der 800 Millionen Anfragen weltweit.

kgi/AFP / AFP