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Vulkanausbruch in Südamerika Die Aschewolke kehrt zurück


Im argentinischen Patagonien gilt der Ausnahmezustand. In Chile kommt der Flugverkehr erneut durcheinander. Schuld ist die Asche aus der Vulkankette Caulle in Chile, die nach zwei Wochen zurück über die Region getrieben geweht wurde.

Im Südwesten Argentiniens stöhnen die Menschen über das Vulkanasche-Chaos. Alles ist Zentimeter hoch bedeckt mit grauer Asche - Häuser, Autos, Straßen, selbst Schafe und Rinder. Die Behörden sprechen von einer "Katastrophe" und die vor der Hauptsaison stehende Winterurlaubsregion befürchtet harsche Einnahmeverluste. Während die Fluglinien auf der Südhalbkugel weitgehend aschefreien Normalzustand meldeten, bekam der Süden Chiles unerwünschten Besuch: Die vor rund zwei Wochen aufgestiegenen Aschewolken kehrten nach einer "Ost-West-Weltumrundung" zurück ins Land.

In Argentinien sind die Provinzen Neuquén, Río Negro und Chubut an der Grenze zu Chile vom Ascheregen betroffen. Im Urlaubsort Bariloche bleibt der Flughafen nach einer Entscheidung der Behörden geschlossen, vermutlich sogar bis Juli. Die Straßen sind aschebedeckt, aber befahrbar. Der LKW-Verkehr wurde allerdings eingeschränkt. Das Touristenstädchen Villa La Angostura haben nach lokalen Medienberichten vom Samstag inzwischen tausende Bewohner verlassen. Diejenigen, die bleiben, schaufeln und fegen gegen die Aschemassen an. An einigen Stellen ist die Aschedecke bis zu 40 Zentimeter dick.

Die Bewohner gehen oft nur mit Schutzmasken vor die Tür. Die Asche kann nach Einschätzung von Biologen krebserregende Substanzen enthalten. "Die Asche ist nicht unschädlich, deshalb muss man die Inhalierung auf ein Minimum reduzieren", sagte der Biologe und Direktor der Umweltschutzstiftung FUNAM, Raúl Montenegro, der dpa. Auch der wirtschaftliche Schaden dürfte beträchtlich sein. Allein die beiden Orte Bariloche und Villa La Angostura rechnen mit 600 Millionen Pesos (103 Millionen Euro) Ausfall.

Zudem leiden im argentinischen Patagonien vor allem die Schafbauern, die ihre Tiere in der steppenähnlichen, weiten Landschaft weiden lassen. Die knapp zwei Millionen Schafe sind schon durch mehrere trockene Jahre geschwächt und können wegen des Schnees im Winter der Südhalbkugel und wegen der Ascheschicht kaum noch Futter finden. Juan Accatino, Produktionsminister von Río Negro, wo allein 600.000 Schafe von dem Asche-Chaos betroffen sind, sprach von einer "Katastrophe" und mahnte finanzielle Hilfe der Regierung an.

mm/DPA DPA

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