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Waldbrände in Kalifornien: Einsatzkräfte kommen nur langsam voran

Seit elf Tagen wüten gewaltige Waldbrände in der Sierra Nevada. Die Löscharbeiten gestalten sich noch immer schwierig. Weniger als ein Viertel der Brandherde sind bislang unter Kontrolle.

Bei der Bekämpfung eines der größten Waldbrände in der Geschichte Kaliforniens kommen Tausende Feuerwehrleute weiterhin nur in kleinen Schritten voran. Mehr als 3700 Einsatzkräfte versuchten am Dienstag, die gewaltigen Brände zurückzudrängen. Seit dem Ausbruch des Feuers vor mehr als zehn Tagen ist nach Behördenangaben eine Fläche von fast 73.000 Hektar verbrannt.

Die Einsatzkräfte kämpfen sich nur langsam voran. Bislang sind erst rund 20 Prozent der Brandherde unter Kontrolle, am Wochenende waren es rund sieben Prozent. Extrem trockene Wälder und starke Winde bereiten weiter Sorgen. Einsatzleiter erwägen auch, das Pentagon und kanadische Rettungskräfte um Unterstützung zu bitten. Für das Ende der Woche hoffen die Brandbekämpfer aber auf kühleres Wetter und damit auf mehr Fortschritte.

"Es brennt seinen Weg in die Rekordbücher", sagte ein Sprecher des kalifornischen Amtes für Forstwirtschaft und Brandbekämpfung der "Los Angeles Times". Bisher haben die Flammen laut dem Bericht 111 Gebäude zerstört, darunter 31 Wohnhäuser. Weitere 4500 Häuser seien noch in Gefahr. Obwohl die hohe Luftfeuchtigkeit die Löscharbeiten begünstigt, gefährdeten verbrannte, umstürzende Bäume die Feuerwehrleute, berichtete der Nachrichtensender CNN.

Einer der schwersten Waldbrände des Bundesstaats

Auch die Wasserversorgung der rund 200 Kilometer entfernten Metropole San Francisco ist durch die Brände bedroht. Auf ein großes Reservoir in der Region, aus dem die Millionenstadt ihr Trinkwasser bezieht, geht nach offiziellen Angaben derzeit ein Ascheregen nieder. Die Behörden in San Francisco seien dabei, in aller Eile die Wasservorräte aufzustocken, bevor die niedergehende Asche die Wasserqualität mindere, berichtete der TV-Sender CBS. Offiziellen Angaben zufolge ist die Wasserqualität weiterhin gut. Aber auch die Stromversorgung könnte gefährdet werden.

Das Feuer rund um den weltberühmten Yosemite Nationalpark wütet bereits seit mehr als elf Tagen. Nach Angaben von Experten handelt es sich um einen der schwersten Waldbrände in der Geschichte des US-Bundesstaates.

Eines der wichtigsten Ziele der Feuerwehr ist es, die Schäden im Park mit seinen uralten Mammut-Bäumen in Grenzen zu halten. Zehn Prozent der Brandfläche erstreckt sich inzwischen auf dem Gebiet des beliebten Reiseziels. Wichtige Touristen-Anlaufstellen, die eher im Zentrum des Parks liegen, blieben am Dienstag vorerst geöffnet.

cob/DPA / DPA