VG-Wort Pixel

Nobelkomitee in Oslo Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen erhält Friedensnobelpreis

Frauen sitzen vor dem Gebäude des UN-Welternährungsprogramms (WFP) in Kabul und warten auf die Verteilung von Lebensmitteln
Frauen sitzen vor dem Gebäude des UN-Welternährungsprogramms (WFP) in Kabul und warten auf die Verteilung von Lebensmitteln
© EPA European Pressphoto Agency/epa / DPA
Es ist der Höhepunkt der alljährlichen Nobelpreis-Verkündungen: Wenn der renommierteste Friedenspreis der Erde vergeben wird, dann schaut die Welt für einen Moment nach Oslo. Dort ehrt man nun eine UN-Organisation, die sich dem Kampf gegen Hunger verschrieben hat.

Der diesjährige Friedensnobelpreis geht an das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP). Das gab das norwegische Nobelkomitee am Freitag in Oslo bekannt. Die UN-Organisation werde damit unter anderem für ihre Bemühungen im Kampf gegen den Hunger sowie ihren Beitrag zur Verbesserung der Friedensbedingungen in Konfliktgebieten ausgezeichnet, sagte die Vorsitzende des Komitees, Berit Reiss-Andersen, bei der Preis-Bekanntgabe.

WFP-Sprecher zum Friedensnobelpreis: Ein stolzer Moment

"Dies ist ein stolzer Moment", sagte der Sprecher des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen in Genf, Tomson Phiri, nach der Zuerkennung des Friedensnobelpreises an das WFP. Phiri war in einer Pressekonferenz gerade dabei, über die Arbeit des WFP im Sudan berichten, als der Preisgewinn bekannt wurde. 

Der Preis sei eine Anerkennung sowohl für die Mitarbeiter als auch die vielen freiwilligen Helfer und Helferinnen in aller Welt. "Wir haben auch in diesem Jahr geliefert und mehr als unsere Pflicht erfüllt", sagte er. Das WFP habe trotz der weltweiten Reisebeschränkungen Hungrige versorgt. "Wir waren zu einem bestimmten Zeitpunkt die größte Fluggesellschaft der Welt", sagte er. Das WFP hat Flugzeuge gechartert, nachdem kommerzielle Flüge, die sonst viel Material für das WFP befördern, nicht mehr geflogen waren.

Großes Kandidatenfeld für Friedensnobelpreis

Die Nobelpreise sind diesmal mit zehn Millionen schwedischen Kronen (rund 950.000 Euro) pro Kategorie dotiert, also mit einer Million Kronen mehr als im Vorjahr. Damals war Äthiopiens Regierungschef Abiy Ahmed vor allem für seine Initiative zur Lösung des Grenzkonflikts mit dem Nachbarland Eritrea mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden. 

Das Kandidatenfeld für den renommiertesten politischen Preis der Erde war in diesem Jahr groß gewesen – vorab kristallisierte sich kein klarer Favorit heraus. In den Wettbüros wurden die Weltgesundheitsorganisation WHO und Klimaaktivistin Greta Thunberg als Topfavoriten gehandelt.

Experten hatten gemutmaßt, dass der Preis an eine Journalistenorganisation oder junge Aktivisten etwa aus dem Sudan oder aus Somalia gehen könnte. Die Nobel-Institutionen selbst halten die Namen der Kandidaten – in diesem Jahr waren es 211 Persönlichkeiten sowie 107 Organisationen - 50 Jahre lang geheim.

Der Friedensnobelpreisträger wird als einziger aller Nobelpreisträger nicht in Stockholm, sondern in Oslo verkündet und geehrt. Verliehen werden die Auszeichnungen am 10. Dezember, dem Todestag des Dynamit-Erfinders und Preisstifters Alfred Nobel. In diesem Jahr findet das sowohl in Oslo als auch in Stockholm wegen der Coronavirus-Pandemie in anderem und deutlich kleinerem Rahmen statt.

kng / fs DPA AFP

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker