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Zugunglück in den USA: "Wir haben ein Bersten und ein Zerbrechen gehört, und die Wagen sind zerrissen"

Es war die Jungfernfahrt für Zug 501 auf einem neuen Gleisabschnitt südlich der US-Stadt Seattle. Mit einem Mal springen Waggons in voller Fahrt aus den Gleisen, ein Wagen kippt auf eine Autobahn. Es gibt Tote und Verletzte, die Behörden gehen davon aus, dass der Zug zu schnell unterwegs war.

Bei dem schweren im US-Bundesstaat Washington sind drei Menschen getötet und mehr als hundert weitere verletzt worden. Das teilten die Behörden am Montagabend mit. Zuvor war mitunter von sechs Toten die Rede. Der Zug ist nach Behördenangaben deutlich zu schnell unterwegs gewesen. Statt umgerechnet 48 Kilometer pro Stunde sei der Zug 128 Stundenkilometer schnell gefahren, teilte die US-Verkehrsbehörde mit. 


Der Zug war am Montag um kurz nach 7.30 Uhr Ortszeit nahe der Stadt entgleist und teilweise auf eine Autobahn gestürzt. Nach neusten Angaben des Betreibers Amtrak befanden sich etwa 80 Passagiere und fünf Besatzungsmitglieder an Bord. 

Zugunglück habe sich bei voller Fahrt ereignet

Luftaufnahmen zeigten einen zusammengefalteten Zug. Ein Waggon war von einer Brücke auf eine Autobahn gekippt und lag kopfüber auf dem Asphalt der im morgendlichen Berufsverkehr viel befahrenen Interstate 5. Autos und Lastwagen wurden getroffen. Ein zweiter Waggon hing von der Brücke.

Der Passagier Chris Karnes schilderte der "Seattle Times" den Unfall so: Der Zug sei in voller Fahrt gewesen. Dann sei man plötzlich zu einer Art Biegung in den Gleisen gekommen und entgleist. Er und sein Freund hätten großes Glück gehabt, sie seien in die Polster der gegenüberliegenden Sitze geschleudert worden.

"Wir haben ein Bersten und ein Zerbrechen gehört, und die Wagen sind zerrissen. Menschen haben geschrien, dann sind die Lichter ausgegangen", berichtete Karnes. Sie hätten die Fenster eingetreten und seien aus dem Zug in eine Böschung gesprungen.

US-Präsident Donald Trump sprach Beileid aus

US-Präsident Donald Trump nahm das Unglück zum Anlass, um via für Investitionen in die US-Infrastruktur zu werben. Brücken, Tunnel und Gleise seien marode. "Nicht mehr lang!", schrieb Trump.


Allerdings befuhr der Unglückszug zum ersten Mal eine nagelneue Strecke, als er entgleiste. Einen Infrastrukturplan der US-Regierung gibt es bislang nicht. Später schob Trump auf Twitter Beileid für die Opfer nach.


Der Abschnitt war nach Angaben des Verkehrsministeriums des Staates Washington seit dem Jahr 2010 mit 181 Millionen Dollar ausgebaut worden,

um Kurven zu vermeiden. Er sollte laut Amtrak zehn Minuten Zeitersparnis bringen.



wue / DPA