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Warmes Weihnachten: Die Natur spielt zum Fest verrückt

Es ist warm - so warm, dass schon Blumen blühen und Büsche austreiben. Für einige Pflanzen könnten die verfrühten Frühlingsgefühle jedoch böse enden. Denn ein Wetterumschwung ist in Sicht.

Schneeglöckchen blühen im Palmengarten in Frankfurt am Main. Kurz vor Weihnachten sprießen bei milden Temperaturen die ersten Frühlingsvorboten aus dem Boden.

Schneeglöckchen blühen im Palmengarten in Frankfurt am Main. Kurz vor Weihnachten sprießen bei milden Temperaturen die ersten Frühlingsvorboten aus dem Boden.

Das warme Winterwetter sorgt für Frühlings-Kapriolen in der Pflanzenwelt: Zum Weihnachtsfest sprießen schon einige Frühblüher wie Schneeglöckchen und Krokusse. Weiße Duftnarzissen und Kamelien stehen vereinzelt in voller Blütenpracht. Einige Rosen und Haselnüsse blühen und manche Hecke treibt grüne Blätter aus.

Als Wachstumsgrenze gelten für viele Pflanzen zehn Grad Tagestemperatur oder fünf Grad durchschnittliche Temperatur über 24 Stunden, erklären die Meteorologen vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach die Blütenpracht im Dezember. "Allerdings gibt es für die Pflanzen ein böses Erwachen", sagte Meteorologe Lars Kirchhübl. Denn es werde spätestens am Zweiten Weihnachtsfeiertag kälter. "Die Wetterumstellung kommt, die Frage ist nur, wie lange sie bleibt."

Dauerregen im Norden

Noch aber ist es warm - an weiße Weihnacht ist kaum zu denken. Eine kräftige westliche Wetterströmung beschert Deutschland an Heiligabend warmes und stürmisches Regenwetter. Die Temperaturen erreichen sieben bis zwölf Grad. Besonders kräftig regnet es in Schleswig-Holstein und an der unteren Elbe. Doch an den Feiertagen gibt es zumindest oberhalb von 300 bis 500 Metern einen Hauch von weißer Weihnacht. "Die Schneefallgrenze sinkt von der Heiligen Nacht bis zum Zweiten Weihnachtsfeiertag stetig ab", sagt Kirchhübel.

"Am Zweiten Weihnachtsfeiertag sind vor allem im Osten und Süden Schneeschauer oftmals bis in tiefe Lagen zu erwarten", so der Meteorologe. Allerdings fällt nur in den Staulagen der Mittelgebirge etwas mehr Schnee, in tieferen Lagen tauen die weißen Flocken auf dem noch warmen Boden gleich wieder weg.

"Wie lange die Winterperiode mit leichten bis mäßigen Nachtfrösten und Höchstwerten um leicht über null Grad anhält, ist noch sehr unsicher", sagte Kirchhübel. "Alles scheint ab dem 27. Dezember möglich." Eine entscheidende Rolle spiele ein Sturmtief über der Nordsee: "Je nach Zugbahn fällt der Hammer pro oder kontra Winter."

anb
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