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Wetter: Entspannung an der Winterfront

Keine neuen Schneefälle, kein Eisregen und kaum Wind – am zweiten Weihnachtstag lichtet sich das Wetterchaos - zumindest in Deutschland. In Russland und den USA kämpft man nun mit den Folgen von Schnee, Eisregen und Kälte.

Der Bahnverkehr in Deutschland ist am zweiten Weihnachtstag weitgehend störungsfrei angelaufen. "Alle größeren bundesweiten Fernstrecken sind frei befahrbar", sagte ein Bahnsprecher am Morgen. "Nur durch einzelne kleine Störungen von Weichen kann die ein oder andere leichte Verspätung auftreten."

Auch die Strecken auf Rügen seien von den Schneeverwehungen freigeräumt worden, sagte der Sprecher. Dort sei der Betrieb bereits wieder aufgenommen worden, die Stadt Binz sei wieder erreichbar. Einzelne Sperrungen wegen Schneeverwehungen gebe es nur noch auf Nebenstrecken in Mecklenburg-Vorpommern.

Die Bahn erwartet wegen vieler Rückkehrer von Familienfeiern ein leicht erhöhte Zahl von Passagieren. "Aber durch die Wetterberuhigung gehen wir davon aus, dass alle Reisenden sicher und zuverlässig ihr Ziel erreichen werden."

Moskauer Flughafen Domodedowo lahm gelegt

Eisregen hat am Sonntag einen der drei internationalen Flughäfen in Moskau lahmgelegt. Auf dem Airport Domodedowo im Südosten der russischen Hauptstadt dürfen keine Maschine mehr landen und starten, wie ein Flughafensprecher nach Angaben der Agentur Interfax sagte. Zuvor war die Stromversorgung ausgefallen. Ein Kabel, das die beiden wichtigsten elektrischen Stationen am Flughafen speist, sei wegen des Eisregens gebrochen, hieß es. Wie viele Maschinen und Passagiere betroffen waren, teilte der Flughafen nicht mit. In Domodedowo landen unter anderem die deutschen Fluggesellschaften Lufthansa und Air Berlin.

In der ganzen Region Moskau kam es zu Problemen beim Zugverkehr, weil Oberleitungen einfroren. Der oberste russische Amtsarzt, Gennadi Onischtschenko, riet den Moskauern, sie sollten zu Hause bleiben, um auf den rutschigen Gehwegen Verletzungen zu vermeiden.

Schneesturm im Mittleren Westen

In Teilen der USA hat das Winterwetter zu Weihnachten ein Verkehrschaos ausgelöst. Ein Schneesturm zog aus dem Mittleren Westen des Landes kommend am späten Freitag Richtung Süden weiter. Für weite Teile des an der Ostküste gelegenen US-Staats North Carolina galt eine Sturmwarnung, für die Region um die Hauptstadt Washington rechneten Meteorologen des Nationalen Wetterdienstes mit bis zu 25 Zentimeter Schnee. Behörden riefen Autofahrer wegen Glätte zu besonderer Vorsicht auf den Verkehrsstraßen auf. Die Fluggesellschaft Delta Air Lines kündigte für Samstag die Streichung von 500 Flügen an. Davon betroffen seien Flüge im ganzen Land, teilte ein Sprecher der Airline mit. Auch die Fluggesellschaften Continental und United Airlines kündigten infolge der Wetterbedingungen zwischen Samstag und Montag mögliche Verzögerungen und Flugausfälle am Washingtoner Dulles International Airport sowie weiterer Flughäfen im Nordwesten des Landes an.

Briten wollen Bußgelder verhängen

Die britische Regierung prüft nach dem witterungsbedingten Chaos vor Weihnachten am Londoner Großflughafen Heathrow gesetzliche Möglichkeiten zur Bestrafung von Airportbetreibern. Die Behörden sollten in entsprechenden Fällen Bußgelder in zweistelliger Millionenhöhe verhängen können, sagte Verkehrsminister Philip Hammond der Zeitung "Sunday Times". Es sei nicht akzeptabel, dass die spanische Betreibergesellschaft BAA nach den bisherigen Regelungen keine Strafen zu befürchten habe. "Es muss eine Geldstrafe für Betriebsausfälle geben, und es muss größerer Wert auf Leistung und Kundenzufriedenheit gelegt werden", sagte Hammond.

Der Flughafen Heathrow war vor gut einer Woche wegen des Winterwetters komplett geschlossen worden. Bis zur Wiederaufnahme des Flugbetriebs saßen tausende Reise tagelang in den Terminals fest. Die britische Luftfahrtbehörde hat laut "Sunday Times" bislang keine Möglichkeit, Strafen gegen den Betreiber zu verhängen.

swd/DPA/DAPD/AFP / DPA