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Wetter: Herbststürme toben am Mittelmeer

Ab in den Süden? Von wegen: In Deutschland geht der goldene Oktober zwar zu Ende, aber dank eines Tiefdruckgebietes bleibt es sehr mild. Am gesamten Mittelmeer kämpft man derweil mit den Folgen der Herbststürme.

Mit jeder Minute, den die Tage kürzer werden, steigt die Lust auf einen Kurzurlaub im Süden. Den Gang zum Reisebüro kann man sich in diesen Tagen allerdings getrost ersparen: Zwar geht der goldene Oktober langsam seinem Ende entgegen und wird immer wieder von Regenschauern unterbrochen, die Temperaturen dagegen bleiben weiter mild. Die Höchstwerte liegen zwischen 15 und 20 Grad. "Am längsten freundlich und trocken ist es dort, wo man eigentlich auf Regen wartet - in den östlichen Teilen der Republik", erläuterte Ansgar Engel vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach.

Weniger beschaulich geht es in diesen Tagen an der türkischen Urlauberküste zu: Herbststürme und Dauerregen haben in der Mittelmeerprovinz Antalya und an der Ägäisküste zu Überschwemmungen und Stromausfällen geführt. In Touristenstädten wie Antalya und Marmaris wurden in der Nacht zum Mittwoch Dutzende von Häusern und Geschäften unter Wasser gesetzt. In einigen Vierteln von Antalya und anderen Orten fiel der Strom aus, nachdem elektrische Leitungen durch herabstürzende Äste beschädigt worden waren. Ein Mini-Tornado verwüstete Gewächshäuser und riss Bäume um.

Frachter drohte zu kentern

Auf beiden Seiten der Ägäis blieben die meisten Fähren zu den Inseln bei Windgeschwindigkeiten bis zu 100 Stundenkilometern in den Häfen. Bei einer dramatischen Rettungsaktion wurden fünf türkische Seeleute aus dem Meer gerettet. Der unter der Flagge Kambodschas fahrende Frachter "Pasha" drohte in der Nacht nach einem Maschinenschaden wenige Seemeilen vor der Insel Kythera zu kentern. Die Besatzung ging in die Rettungsboote. Nach Angaben der griechischen Küstenwache wurden die Seeleute gegen Morgen von einem Hubschrauber aufgenommen und in Sicherheit gebracht.Eine Wetterbesserung stellen die Meteorologen erst für diesen Freitag in Aussicht.

Auch in weiten Teilen Spaniens regnete es heftig. In Madrid bildeten sich kilometerlange Staus. Der Regen in Spanien soll noch bis zum Wochenende anhalten, und für die nächste Woche sagte das Wetteramt bereits die nächste Schlechtwetterfront voraus. Für Griechenland und die Türkei stellten die Meteorologen für diesen Freitag eine Wetterbesserung in Aussicht.

DPA / DPA