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Orkan Friederike: Tausende Schüler haben wegen Sturm Friederike schulfrei - der Zeitpunkt sorgt für Aufregung

Trotz Sturm – in NRW sind gestern dennoch viele Kinder und Jugendliche in die Schule gegangen. Die Stadt Düsseldorf entschied erst am Vormittag: Die Eltern sollten ihre Kinder abholen – mitten im Auge des Orkans. Der Zeitpunkt sorgt für heftige Kritik.

Augenzeugenvideos: So heftig stürmt Orkantief "Friederike" durch den Westen

Es war der schwerste Orkan seit mehr als zehn Jahren. Mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 140 Kilometern pro Stunde fegte Orkantief "Friederike" über Deutschland hinweg. Acht Menschen starben, die Bahn stellte ihren Betrieb ein – viele Schüler gingen dennoch zur Schule. Denn die Städte reagierten ganz unterschiedlich auf die Sturmwarnungen: Während die Stadt Krefeld ihre Schüler bereits am Mittwochabend informierte, dass der Unterricht am nächsten Tag ausfalle, reagierte die Stadt Düsseldorf erst am Donnerstag um 9.50 Uhr: die Schüler sollten bis 10.30 Uhr abgeholt werden - zu einer Zeit, als der Orkan besonders heftig tobte.


Bei den Eltern stößt das auf großes Unverständnis.

Schließlich hätten die Sturmwarnungen schon am Mittwoch vorgelegen.

Nordrhein-Westfalens Schulministerin Yvonne Gebauer gesteht ein, dass der Zeitpunkt, den Schülern schulfrei zu geben nicht glücklich gewesen sei. Seit Mittwoch sei bekannt gewesen, dass der Sturm kommen würde, sagte sie gegenüber dem WDR. "Da wäre es glücklicher, dass gebe ich unumwunden zu, wenn hier frühzeitig Entscheidungen getroffen worden wären."

Schulfrei bei Sturm - wer entscheidet das?

Doch wer entscheidet eigentlich, ob es schulfrei gibt? Eine einheitliche Regelung fehlt. Eltern können bei Orkan ihre Kinder zuhaus lassen, Kommunen können Schulen schließen, und Schulen können entscheiden, den Unterricht ausfallen zu lassen, schreibt das Land Nordrhein-Westfalen auf seiner Website. Im besten Fall rechtzeitig. Die Schulen müssen aber geöffnet bleiben für Kinder, die nicht abgeholt werden könnten.

Am Ende liegt es bei extremen Witterungen wie Orkan oder Schnee liegt es immer im Ermessen der Eltern, ob sie es verantworten können, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Darauf wies auch das Nordrhein-Westfälische Bildungsministerium in der Nacht zu Donnerstag auf seiner Homepage und in den sozialen Netzwerken hin.


Demnach können Eltern selbst entscheiden, "ob der Weg zur Schule zumutbar oder zu gefährlich für die Schülerinnen und Schüler ist". Auch die Schulen könnten entscheiden, ob der Unterricht überhaupt stattfindet. "Bereits anwesende Kinder werden in den Schulen betreut. Sicherheit geht einfach vor." heißt es weiter. Um 0.00 Uhr verbreitete sie die Nachricht via Facebook. Viele Menschen scheint das Bildungsministerium mit dieser Warnung aber nicht erreicht zu haben.

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