HOME

Wieder Notfallplan: Verkehrschaos in Berlin

Die Berliner S-Bahn verärgert zum wiederholten Mal ihre Kunden. Diesmal sind es nicht die Räder, sondern die Bremsen, die gravierende Mängel haben und überprüft werden müssen. Das sorgt in der Hauptstadt für deutliche Verspätungen.

Neues S-Bahn-Chaos in Berlin: Nachdem am Dienstagmorgen drei Viertel der Bahnen nicht eingesetzt werden konnten, kam es zu großen Behinderungen im Berufsverkehr. Überfüllte Züge, gesperrte Stationen und viele Verspätungen waren die Folge. Vor allem Pendler aus den Außenbezirken und dem Umland hatten es schwer, an ihre Ziele zu kommen.

Auf der zentralen West-Ost-Achse durch die Innenstadt fuhren überhaupt keine S-Bahnen mehr, andere Verbindungen waren unregelmäßig, die Bahnhöfe waren voller Menschen, wie eine Bahnsprecherin am Morgen sagte. "Eine ganze Menge Leute hat es heute morgen kalt erwischt", fügte sie an. Viele Busse, U- und Straßenbahnen waren voller als sonst. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) verlängerten teilweise ihre U-Bahnen. Dies sollte auch den Besuchern der Internationalen Funkausstellung (IFA) auf dem Messegelände dienen, die noch bis Mittwoch läuft. Dafür wurden BVG-Fahrzeuge teils von anderen Linien abgezogen.

Unklar, wann der Verkehr wieder normal fließen wird

Nach plötzlich entdeckten Mängeln an Bremsen hatte das Unternehmen am Montagabend entschieden, die betroffenen Wagen zur Sicherheit aus dem Verkehr zu ziehen. Bereits seit dem 30. Juni ist nur ein Teil der Flotte im Einsatz, weil ebenfalls aus Sicherheitsgründen Räder überprüft werden müssen. Bis heute Morgen waren 70 Prozent der Züge wieder im Einsatz. Grund der neuen Schwierigkeiten ist, dass bei Bremsversuchen kaputte Bremszylinder entdeckt wurden. Während einer Routineüberprüfung war ein Wagen entdeckt worden, bei dem vier von acht Bremszylindern gleichzeitig ausgefallen waren. "Ich bin erschrocken darüber, dass wir solch gravierende Mängel finden", sagte Bahnvorstand Ulrich Homburg. Er sprach von einem "schwarzen Tag" für Berlin, betonte aber, dass Sicherheit uneingeschränkten Vorrang habe.

Einen "verlässlichen" Notfahrplan will die S-Bahn erst ab Mittwoch bieten. Wann der Verkehr wieder aufgestockt werden könne, sei noch nicht klar, hieß es weiter. Den Kunden riet die Bahn, sich Alternativen zu suchen.

DPA/AP / AP / DPA
Themen in diesem Artikel