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stern-Kolumne "Winnemuth": Im elektrischen Weidezaun

Was bloß tun, um in Form zu bleiben? Zum Beispiel EMS-Training, der heiße Scheiß der Fitnessbranche.

Von Meike Winnemuth

Nordic Walking war einmal. Wer heute richtig trainieren will macht Bootcamp-Training, eine Art modernes Zirkelprogramm.

Nordic Walking war einmal. Wer heute richtig trainieren will macht Bootcamp-Training, eine Art modernes Zirkelprogramm.

Dinge, die keinen Spaß machen, sollen bitte schnell vorbei sein, alles andere darf gern länger dauern. Das wäre so ziemlich alles, was ich zum Thema Zeitmanagement zu sagen hätte. Leider nicht wirklich genug für ein Ratgeberbuch, obwohl das Thema ja die Lizenz zum Gelddrucken ist.

Da ich Sport ganz klar zur ersten Kategorie rechne, habe ich in den letzten Wochen viel Zeit darauf verwendet, die allerallerzeitsparendste und dabei effektivste Form von Fitnesstraining zu ermitteln. Denn das Zeitalter des latschigen Wohlfühlsports mit all seinen Fettverbrennungspuls-Lügen ist vorbei, selbst die Babyboomer-Generation (meine), die ihren körperlichen Verfall mit zunehmend softeren Fitnessmoden kaschiert hat (von Aerobics in den Achtzigern über NordicWalking in den Neunzigern bis Yoga in den Nullern), will es wieder hart und knackig. Die Qual der Wahl ist seit einiger Zeit Bootcamp-Training: Acht-Wochen-Kurse draußen im Park mit den Folterinstrumenten einer 60er-Jahre-Turnhalle: Medizinbälle, Springseile und Kugelhanteln. Psychologisch hochinteressant: Die einen gehen dabei in die Knie, weil sie sofort an die Demütigungen des Sportunterrichts erinnert werden. Die anderen florieren, weil sie merken, wie herrlich es ist, nicht mehr 13 zu sein. Allein nach all den Jahrzehnten mal wieder einen Medizinball in die Hand zu nehmen flutet den Körper mit derart viel Fight-or-flight-Adrenalin, dass man schon dadurch bestimmt massig Kalorien verbrennt. In meinem Fall siegt flight: Alles ganz toll, aber das Freilufttraining im Park hat deutlich zu viele Zeugen für meine momentane Matschigkeit.

Turnen unter Reizstrom

Ähnliches Prinzip, diesmal als App: das Sieben-Minuten-Training, ein beinhartes Zirkelprogramm. Zwölf Übungen à 30 Sekunden, von Hampelmann bis Liegestütz, dazwischen jeweils ein paar Sekunden Pause. Ist super für jeden Tag – wenn man es jeden Tag machen würde.

Als begeisterte Userin des 21. Jahrhunderts wähle ich Tor Nummer drei: EMS-Training. "Ein Mega-Plus an Trainingseffizienz" wird versprochen, 20 Minuten pro Woche ersetzen stundenlanges Gerätetraining. Das Prinzip: Man turnt unter Reizstrom gesetzt, ein Personal Trainer peitscht einen durch die Tortur.

Zunächst wird man in eine angefeuchtete, Strom leitende Weste sowie Arm- und Beinmanschetten geschnallt, verkabelt und macht dann unter Anspannung von allem, was einem an Muckis geblieben ist, einfache Muskelaufbau- und Balanceübungen. Durch den Strom würden währenddessen 90 Prozent der Muskulatur kontrahiert, heißt es, auch die tief liegende (die tief liegende Muskulatur ist momentan der heiße Scheiß der Fitnessbranche).

Muskelkater garantiert

All das ist meilenweit entfernt von den lustigen Reizstrom-Manschetten aus dem Shoppingkanal, die man sich beim Fernsehen umschnallen konnte, eine Hand entspannt in der Chipstüte. Schon nach 30 Sekunden war mir klar: 20 Minuten hiervon würden länger als die Ewigkeit dauern. Die jeweils viersekundigen Reizstromphasen fühlen sich an, als ob mich jemand mit glühenden Stopfnadeln beschießt, während ich im Ausfallschritt meine angewinkelten Arme mit nach rückwärts gerichteten Daumen nach oben hinten presse (können Sie mir folgen? Machen Sie das mal, wenn Sie mit glühenden Stopfnadeln beschossen werden). Macht man es sich leicht und lockert die Muskelspannung, fühlt es sich an, als ob man in einen elektrischen Weidezaun gefallen wäre.

Es war, mit einem Wort, großartig. Nur die Wirkung überzeugt mich noch nicht. Wo bleibt der Muskelkater? Noch kann ich alles bewegen. Wobei … au, der Po! Der Bizeps! Die Unteraaaaaah …!

Die Kolumne ...

... von Meike Winnemuth finden Sie immer schon donnerstags im aktuellen stern.

Themen in diesem Artikel
Würde diese Theorie Funktionieren ( Die Entstehung eines Universums aus einem schwarzen Loch )?
(Der Anfang der Theorie von mir ist unter dem Text der der nachvollzieungs hilfe mit einem 🙃 gekennzeichnet). Ich bin ein recht analysierendender und über mehrere Richtungen hinterfragender Menschen. Eine Theorie die mir in den sin Kamm aber die ich aus eigenemen Ermessensen erst zu grob und simple Fand aber Recht gut mit gängigenen Theorienen Einhergeht wie die (finde ich zu Erprobt stopende) Urknall Theorie, deren Ausbau wo sie durch ein höher dimensiodimensionales Schwarzes Loch aus ging und auch etwas von der multiversums Theorie. 🙃 Meine (mir imer noch zu vorkommende) Theorie geht davon das Der Urknall eine Explosion im und nicht des raumes ist, das ein extrem massereiches Schwarzes Loch das aufgrund des von mangelndem Nachschub Explodierte und durch diese kinetische Energie wie in der Urknall Theorie den Inhalt freisete. aber die Expansion des universums nicht die Ausbreitung des Raumes ist sondern viel ehr eine Zerstreuung Des Inhaltes in einem Raum stattfindet, vergleichbarear mit anderen Explosionen die Inhalt freizusetzenen. PS. ist zwar recht grob für meine persönlichpersönlichen Verhältnisse- (mache meist komplexere, effizientere und schlusvolgerungs fähigere Theorien und ist mir selber etwas schwammig ist eine meinens erachtens funktionell ergänzung zum Thema Uhrknall ) -und und verändertrt im grunde nur etwas den Blickwinkel gängiger Theorien aber in einen effektivenen und nachvollziehbaren weg. Diese Theorie ist Vorwiegend mit sipelerer hrangehensweise aufgebaut als meine anderen und dementsprechend mir etwas Unwohl sie zu veröffentlichen aber im Grunde eine meiner Meinung legitime logische Ergänzung. Was meint ihr?
Kindesunterhalt für volljähriges Kind ohne Zielstrebigkeit
Mein Kind ist 19 Jahre alt und lebt im Haushalt der Mutter. Es hat im Juli 2017 seine Schule nach der 10. Klasse dann mit Hauptschulabschluss verlassen. Danach wollte es auf einer Berfsfachschule Einzelhandel seinen Realschulabschluss nachholen (2 Jahre). Es besuchte die Schule im ersten Halbjahr nicht wirklich regelmäßig und im zweiten Halbjahr dann so gut wie gar nicht mehr. (zum Ende hin, ist es gar nicht mehr zur Schule gegangen) Das notwendige zweite Jahr ging es dann gar nicht mehr an. Stattdessen hat es sich für ein freiwilliges Soziales Jahr beworben und geht hier mehr oder weniger regelmäßig hin. Nun möchte es das FSJ abbrechen und wieder seinen Realschulabschluss nachholen. Dies soll in Vollzeit an der Volkshochschule geschehen. Zwischendurch ist immer wieder die Rede von verschiedenen Ausbildungen. Ein wirkliches Konzept, oder Interesse ist aber auch hier nicht erkennbar. Mal kommt es mit dem Berufswunsch Tierarzthelfer/In, mal mit Immobilienkaufmann/-Frau, oder Ähnlichem. Informationen über freie Stellen, oder Inhalte des Berufs und der Ausbildung können nicht genannt werden. Bei laufenden Bewerbungen am Ball zu bleiben liegt ihm auch nicht wirklich. Hab die Bewerbung ja hingeschickt, damit soll es dann auch gut sein. Langsam drängt sich mir der Verdacht auf, es sucht sich den bequemsten Weg heraus und verlässt sich auf meine nicht unerheblichen Unterhaltszahlungen. Frei nach dem Motto: Was soll ich mich kümmern, Väterchen muss ja zahlen, solange ich Schule oder Ausbildung mache. Um meinem Kind Anreize zu geben, endlich Zielstrebigkeit zu entwickeln, habe ich schon über die Kürzung bzw. Einstellung des Unterhals nachgedacht. Wie verhält sich das rechtlich, bzw. was kann ich tun?