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Winterchaos in Deutschland: Tausende Unfälle und kilometerlange Staus

Das Winterchaos in Deutschland nimmt kein Ende: Schnee und Eis wurden in der Nacht vor allem Lkws zum Verhängnis, und die sorgten für jede Menge Staus. Im Osten schien es dagegen so, als könnte man mit dem Winter umgehen.

Schnee und Eisglätte haben in der Nacht zum Dienstag erneut für Chaos auf den Straßen gesorgt. Bundesweit gab es tausende Unfälle. Besonders auf den Autobahnen in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen kamen Lastwagen durch die Schneedecke einfach nicht weiter und blieben stehen. Einige stellten sich quer und sorgten so für kilometerlange Staus.

In Nordrhein-Westfalen krachte es in der Nacht mehr als 700 Mal, meist blieb es bei Blechschäden. Zwei Menschen wurden schwer, 26 leicht verletzt. Der Sachschaden liege bei rund 1,5 Millionen Euro, teilte die Landesleitstelle der Polizei in Duisburg mit. Vor allem auf den Autobahnen richtete das Winterwetter Chaos an, vielfach stellten sich Sattelzüge an Auffahrten quer. Stellenweise hatten selbst die Räumfahrzeuge Probleme.

Feuerwehr half mit warmen Getränken und Decken

In Niedersachsen staute sich der Verkehr allein auf der A2 bei Bad Nenndorf auf mehr als 40 Kilometern Länge, weil vier Lastwagen quer standen. Die ausharrenden Menschen wurden von der Feuerwehr mit warmen Getränken und Decken versorgt. Auch auf anderen Strecken wurden Laster zum Verkehrshindernis. Bei der Verkehrsmanagementzentrale (VMZ) in Hannover hieß es: "Um Hannover herum ist alles dicht, in der Nacht hat der Verkehr gestanden." In einigen Regionen fiel die Schule aus. Der Busverkehr im Raum Osnabrück, der am Abend wegen spiegelglatter Straßen eingestellt worden war, lief am Morgen dagegen wieder.

Auch in Hessen gab es einige Schwierigkeiten, vor allem auf den Autobahnen in Westhessen und im Rhein-Main-Gebiet. Im Süden und Osten des Landes blieb der Verkehr dagegen von größerem Chaos verschont. Zwar krachte es auch dort öfter, insgesamt aber deutlich seltener als an vergangenen Tagen. Auch die Deutsche Bahn meldete zunächst keine größeren Probleme. Schlimm war es besonders an der Grenze zwischen Hessen und Rheinland-Pfalz, weil mehrere Lastwagen quer standen und die Autobahn zwischenzeitlich voll gesperrt war.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte neben dem Norden und Westen auch für den Osten und Süden wieder starke Schneefälle und Eis vorausgesagt. Im Osten schien es aber so, als würde man mit dem Winter umgehen können. "Wir haben das Wetter im Griff", sagte ein Polizeisprecher im thüringischen Gera. In Sachsen berichteten die Behörden zwar von glatten Straßen, aber der Winterdienst sei im Einsatz und halte die Straßen frei. Nur in Westsachsen hätten sich binnen 24 Stunden 110 Unfälle ereignet.

In Baden-Württemberg und Bayern blieb es in der Nacht meist trocken. Von größeren Verkehrsproblemen blieben die Autofahrer dort verschont.

mad/DPA / DPA