Wintereinbruch Hurra, der erste Schnee war da


Auf Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze, begann die Skisaison. Das Winterwetter lockte aber überall Menschen in den Schnee. Doch Eis, Schnee und teils starker Sturm machten zahlreiche Straßen unpassierbar und verursachten reihenweise Unfälle.

"Es ist ein gelungener Auftakt bei strahlendem Sonnenschein und insgesamt 130 Zentimetern Schnee", sagte Eva-Maria Greimel, Sprecherin der Bayerischen Zugspitzbahn. Bei Temperaturen von minus 17 Grad auf dem Zugspitzplatt wagten rund 1000 Wintersportfans erste Schwünge auf Deutschlands einzigem Gletscherskigebiet. Der Wintereinbruch hat die ersten Skifahrer auf die Pisten gelockt. Den Anfang machten schan om Samstag die Grasgehren-Lifte bei Balderschwang im Oberallgäu.

"Wir haben knapp 50 Zentimeter besten Pulverschnee", sagte ein Mitarbeiter an der Liftstation. Das Winterwetter lockte am Sonntag auch zahlreiche Menschen in den Harz. Rund um Schierke waren Skilanglauf-Loipen gespurt, zahlreiche Kinder waren auf Schlitten unterwegs. Auch im Sauerland fiel bei 25 Zentimetern Schnee der Startschuss für die Ski- und Rodelsaison. In vielen Wintersportorten Thüringens waren ebenfalls Loipen und Skiwanderwege geöffnet.

Einen heftiger Wintereinbruch gab es am Wochenende auch in Österreich, vier Menschen kamen bei Unfällen ums Leben. Eis, Schnee und teils starker Sturm machten zahlreiche Straßen unpassierbar und verursachten reihenweise Unfälle, berichteten österreichische Medien am Sonntag. Auf vielen Straßen herrschte Schneekettenpflicht, in den Bergen wurde vor teils erheblicher Lawinengefahr gewarnt. In der Schweiz warnten die Behörden ebenfalls vor Lawinen.

Verkehrschaos in Deutschland

Schneebedeckte Straßen und überfrierende Nässe haben am Wochenende vielerorts in Deutschland den Verkehr behindert und zahlreiche Unfälle verursacht. Drei Menschen kamen ums Leben. In der Nacht zum Sonntag mussten in weiten Teilen Sachsens zahlreiche Straßen wegen Schneeverwehungen gesperrt werden. Bereits am Samstag hatte starker Schneefall besonders auf den Autobahnen im Raum Dresden zu einem Chaos geführt. Mehr als hundert Lastwagen standen quer, die A4 war zeitweise gesperrt. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt kamen die Sportfans auf ihre Kosten: So freuten sich im Schwarzwald Rodler, Skifahrer und Snowboarder über eine prächtige Schneelandschaft. Auch in anderen Ländern Europas gab es einen heftigen Wintereinbruch.

Nahe dem osthessischen Hünfeld starben am Samstagmorgen bei einem Glatteisunfall zwei Menschen. Ein mit fünf Insassen besetzter Van war auf die Gegenfahrbahn geraten und gegen einen Sattelschlepper geprallt. Drei der Mitfahrer wurden schwer verletzt. Am späten Freitagabend kam auf der Autobahn 2 bei Königslutter (Niedersachsen) eine 45 Jahre alte Frau ums Leben. Laut Polizei war sie mit überhöhter Geschwindigkeit auf einen Streuwagen des Winterdienstes aufgefahren.

Überfrierende Nässe legte am Samstagabend für mehrere Stunden den Verkehr in und um Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern) lahm. "Innerhalb von einer Stunde war alles verstopft", sagte ein Polizeisprecher . Bei mehr als 40 Unfällen wurde niemand verletzt. Auf den meist abschüssigen Bundesstraßen rutschten Busse von der Fahrbahn, stellten sich Lastwagen und Autos mit Sommerreifen quer. An einer Steigung der A64 bei Trier stand der Verkehr am Samstag drei Stunden lang still: Auf der schneeglatten Fahrbahn kamen weder Autos noch Lastwagen weiter. Im Saarland gab es vor allem für Lastwagen am Samstagmorgen kein Fortkommen mehr.

Unfälle auf glatten Straßen gab es auch in Berlin, Baden- Württemberg und Bayern. Dabei blieb es nach Polizeiangaben meistens bei Blechschäden. Unfallursache auch auf den Autobahnen war oftmals Raserei trotz einsetzenden Schneefalls. Am Münchner Flughafen kam es zu keinen nennenswerten winterbedingten Einschränkungen.

Auch Flugverkehr betroffen

Am Freitagabend waren auf der Autobahn 9 Berlin-Nürnberg bei Münchberg (Bayern) bei einem Unfall auf schneeglatter Fahrbahn vier Menschen schwer verletzt worden. Nach Polizeiangaben waren zwei Autos in einen querstehenden Lastwagen gerast. Dessen Fahrer hatte offensichtlich wegen überhöhter Geschwindigkeit auf schneeglatter Fahrbahn die Kontrolle über seinen Wagen verloren und war gegen die Mittelleitplanke geprallt.

Ein mit Schweinehälften beladener Lastwagen verunglückte am Sonntag auf der Autobahn 1 bei Osnabrück wegen Blitzeis, die Fahrbahn in Richtung Süden war komplett blockiert. In der Nähe von Hannover waren in der Nacht zum Samstag auf der Autobahn 7 bei Wedemark sowie auf der Autobahn 2 bei Lehrte Lastwagen verunglückt. Quergestellt blockierten sie jeweils zwei der drei Fahrspuren und behinderten massiv den Verkehr.

Auch der Bahn- und Flugverkehr in Nordrhein-Westfalen verlief wieder normal, nachdem heftige Sturmböen am Freitag ein Chaos verursacht hatten. Flüge waren annulliert, Bahnstrecken wegen umgestürzter Bäume und herabgefallener Äste blockiert und der Duisburger Hauptbahnhof wegen umherfliegender Dachteile zeitweise gesperrt worden.


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