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Asiatisch für Anfänger 2 Erlebnis Kräuter


Starten Sie eine Revolution! Petersilie, Rosmarin und Thymian haben lang genug allein geherrscht. Die Zeit ist reif für die neuen Düfte und Geschmäcker Asiens.

Lenken Sie Ihre Schritte im Vertrauen auf Ihre Mission zum Kühlregal. Lassen Sie endlos lange Bohnen, Früchte, die aussehen wie Reptilien, und erbsengroße Auberginen erst einmal liegen - die sind erst später dran. Greifen Sie zu den Kräutern.

Nehmen wir an, Sie entscheiden sich für Koriander. Sie stutzen kurz, weil Ihnen aus der Tüte ein merkwürdig seifiger Geruch in die Nase steigt. Zu Hause stellen Sie dann aber fest, dass sich mit Hilfe des neuen Grüns selbst der lahmste Eiersalat in eine raffinierte Köstlichkeit verwandelt, dass es gedünsteten Mohrrüben Exotik verleiht und fabelhaft gut zu Avocados passt.

Das Geschmacksuniversum

Und weil der erste Eindruck so überzeugend war, landet Koriander beim nächsten Mal gleich als Erster im Einkaufskorb, gefolgt von Thai-Basilikum. Jetzt entdecken Sie, welches Geschmacksuniversum sich mit dieser Kombination auftut - zu Fisch, Meerestieren oder Kurzgebratenem, selbst in simplen Bratnudeln. Mutig geworden, kaufen Sie nun auch die ledrigen Blätter der Kaffir-Limette und gieren fortan nach deren Aroma in Pilzpfannen oder Hühnerbrühe; und bald schieben Sie Fisch und Gemüse nur noch im Bananenblatt in den Ofen. Bravo! Sie sind auf dem richtigen Weg!

Die Thailänder haben ihre Küche über Jahrhunderte zu einer der raffiniertesten der Welt gemacht - nicht, weil sie an Althergebrachtem festhielten, sondern indem sie ihre Kochtradition ständig mit fremden Zutaten und Methoden bereicherten. Tun Sie es ihnen gleich.

Jetzt wendet sich das Blatt

Hier kommen die neuen Herrscher der Kräuter- und Gewürzküche. Kraftvolle Gewächse in jeder Größe und Form, fein duftend und vielseitig. Die alte Petersilie muss den Stab abgeben - jetzt sind die frischen Truppen Ostasiens dran

Koriander

Polarisiert: Die einen hassen sein leicht seifiges Zitrus-Ingwer-Aroma, die anderen sind süchtig danach. Mit Koriander schmeckt alles sofort exotisch. Mitgekocht zu werden bekommt ihm jedoch nicht. Probieren Sie ihn zu Tintenfisch, in Salaten jeder Art, in Wraps oder Joghurtdips. Lecker ist auch Pesto aus Koriander, Cashewnüssen, Knoblauch, Olivenöl und Parmesan.

Bananenblatt

Natürlich kann man Forelle auch in Alufolie garen, aber so ein Bananenblatt macht entschieden mehr her - und gibt noch zusätzlich Aroma. Den Fisch würzen, zum Beispiel mit einer Paste aus Limettensaft, Ingwer, Knoblauch und fein geschnittene Kaffir-Limettenblättern, in das Blatt einschlagen, das Päckchen mit Zahnstochern feststecken und im Ofen oder auf dem Grill backen.

Kaffir-Limettenblätter

Halten sich im Kühlschrank wochenlang und sind fast universell einsetzbar: Grob zerrupft und mitgekocht, geben sie Reis, Fonds, Brühen und Suppen ihr blumiges Zitronenaroma. Sie passen perfekt zu Fisch und gedünstetem Gemüse und schmecken köstlich in Nudel- oder Butter-saucen. Schneiden Sie sie dafür möglichst fein.

Zitronengras

Gibt der Küche Südostasiens ihren unverwechselbaren Geschmack; sein herbes, zitroniges Aroma ist auch in europäischen Gerichten großartig. In groben Stücken mitgekocht, würzt es z. B. Muscheln, Hühner- oder Fischsuppe. Entfernen Sie stets die harten Außenblätter, das strunkige Grün und den Wurzelansatz und quetschen Sie den Stängel mit einem breiten Messer etwas an. Das setzt die ätherischen Öle frei. Wenn das Gras, etwa in Salaten, mitgegessen werden soll, müssen Sie es sehr fein schneiden, sonst schmeckt es faserig.

Chinesischer Schnittlauch

Schmeckt nicht wie unserer zwiebelig, sondern deutlich nach Knoblauch. Er hat lange flache oder röhrenförmige Blättern mit Blüten. Man gibt ihn in letzter Minute in Suppen, Nudel- oder Fleischpfannen. Er schmeckt auch gedünstet als Gemüse. In China isst man ihn gern mit Rührei und Tofu.

Kaffir-Limette

Hat nur sehr wenig, sehr sauren Saft, man verwendet darum meist nur die knorrige Schale. Sie schmeckt besonders zitronig und leicht bitter. In Thailand rundet sie manche Currypasten ab. Für den mitteleuropäischen Haushalt reichen die Blätter.

Thai-Basilikum

Schmeckt süß, etwas pfeffrig, deutlich nach Anis und ganz anders als seine europäischen Verwandten. In Thailand gibt es Arten, die nach Minze oder Limone schmecken, in Asialäden wird meist nur das gebräuchlichste verkauft. Thai-Basilikum ist solo oder in Kombination mit Koriander köstlich, etwa zu Nudel- oder Reissalaten, zu Fisch und allem, was mit Kokosmilch zubereitet wurde. Geben Sie die Blätter erst ganz am Schluss dazu - beim Kochen verlieren sie ihr Aroma.

Pandanus

Ist die Vanille Asiens, wo man mit den Blättern vor allem Desserts aromatisiert. Ihr blumiger, etwas nussiger Geschmack entwickelt sich erst durch Erhitzen. Ein Pandanus-Blatt im Kochwasser verleiht Reis eine besondere Note. Probieren Sie auch mariniertes Hühnerfleisch in ein Blatt gewickelt und frittiert oder gedämpft.

Ruth Hoffmann GesundLeben

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