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Cumarin: Natürlich, aber nicht unbedenklich

Cumarin ist natürlicher Bestandteil einiger Zimtsorten. Nimmt man größeren Mengen über einen längeren Zeitraum zu sich, kann die Leber in Mitleidenschaft gezogen werden - darauf deuten Erfahrungen mit Cumarin in der Medizin hin.

Der natürliche Aroma- und Duftstoff Cumarin ist in vielen Pflanzen enthalten, darunter Zimtsorten, die unter dem Begriff "Cassia-Zimt" zusammengefasst werden, aber auch in Waldmeister und Tonka-Bohnen. In höherer Konzentration kommt Cumarin in Zimtgebäck, Lebkuchen, Milchreis mit Zimt, Frühstücks-Cerealien und Glühwein vor. Der Stoff wird außerdem in der Medizin eingesetzt, beispielsweise zur Blutzuckersenkung bei Diabetikern. Auch in Kosmetikprodukten wie Shampoos, Cremes und Seifen wird synthetisches Cumarin als Duftstoff zugesetzt.

Die tolerierbare tägliche Menge (TDI = tolerable daily intake) an Cumarin liegt bei 0,1 Milligramm Cumarin pro Kilogramm Körpergewicht. Diese Menge können auch empfindliche Personen ein Leben lang aufnehmen, ohne dass ein gesundheitliches Risiko zu erwarten ist.

Sensiblen Personen drohen Leberschäden

Erfahrungen mit dem Einsatz von Cumarin in der Medizin legen nahe, dass Cumarin die Leber beeinträchtigen kann. Wer regelmäßig mehr Cumarin zu sich nimmt als die tolerierbare tägliche Menge und sensibel auf den Stoff reagiert, kann nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) erhöhte Leberenzyme im Blut bekommen. Beobachtet wurde bei den Patienten auch Gelbsucht und in Einzelfällen kam es zu einer schwere Leberentzündung. "Bleibende Schäden sind aber nicht zu erwarten: Als das Medikament abgesetzt wurde, hat sich die Leber normalisiert", erläutert Jürgen Kundke vom BfR. Dokumentierte Fälle von Leberschäden nach dem Verzehr von Lebensmitteln gibt es jedoch nicht.

In Tierversuchen hatte der Stoff in sehr hohen Mengen bei Ratten und Mäusen Krebs ausgelöst. Für Menschen gibt es aber keine Hinweise auf eine mögliche Tumorbildung. "Cumarin wurde von der Europäischen Union neu bewertet. Dabei ist man zu dem Schluss gekommen, dass die Mechanismen, die bei Ratten zum Krebs führen, beim Menschen nicht stattfinden, weil er ein anderes Enzymsystem hat", erläutert Kundke.

aun
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