Greenpeace-Untersuchung Pestizidbelastete Gewürze in Supermärkten


Greenpeace hat bei einer Untersuchung Gewürze entdeckt, die unerlaubt hohe Pestizid-Konzentrationen aufweisen. Stark belastete Ware fand die Umweltorganisation bei Edeka, Aldi, Kaiser-Tengelmann und Kaufhof. Edeka hat bereits ein Paprikapulver aus den Regal genommen.

Das von Greenpeace beauftragte Labor untersuchte 33 Produkte. Drei davon erreichen oder überschreiten die EU-Grenzwerte für Pestizidbelastung. Nur sechs der Proben bewertet die Umweltorganisation als empfehlenswert. Besonders negativ fielen Paprikapulver, Dill und getrocknete Petersilie auf. Pfeffer, frische Petersilie und Ingwer waren dagegen meist geringer belastet.

"Mit den Pestiziden aus einer starken Prise Paprika oder Dillspitzen kann man sich das ganze Essen verderben", sagte Manfred Krautter, Chemieexperte von Greenpeace. "Die Supermärkte dürfen solche Gift-Mischungen nicht verkaufen. Es ist unglaublich, dass die Behörden solche Missstände dulden. Die deutschen Verbraucherminister müssen endlich die Lebensmittelüberwachung verbessern und sich für schärfere EU-Grenzwerte einsetzen." Greenpeace hat nach eigenen Angaben bereits Anzeige bei den zuständigen Lebensmittelüberwachungs-Behörden erstattet.

Stark belastete Ware fand Greenpeace bei Edeka, Aldi, Kaisers-Tengelmann und Kaufhof. Greenpeace warnt vor Paprikagewürz der Marke "Spice Islands" von Edeka und der Marke "Wagner" von Kaufhof sowie vor getrockneter Petersilie der Marke "Le Gusto" von Aldi. Die Lebensmittelkette Edeka hat bereits reagiert. Sie will das beanstandete Produkt nach eigenen Angaben ab sofort nicht mehr verkaufen. Man habe den Hersteller zu einer Stellungnahme aufgefordert. Ein Unternehmenssprecher machte zunächst keine Angaben dazu, wie sich Verbraucher verhalten sollen, die das Paprikapulver gekauft haben.

Bei der Untersuchung ließen sich über alle Proben 53 verschiedene Pestizide feststellen, im Durchschnitt vier pro Probe. 18 Pestizide sind in der Europäischen Union nicht zugelassen. 35 Stoffe zählt Greenpeace zu den gesundheitsgefährdenden Stoffen. Häufig nachgewiesen wurde das krebserregende Cyproconazol, das die Fortpflanzung beeinträchtigende Carbendazim, und das ins Hormonsystem eingreifende und das Erbgut verändernde Thiabendazol.

DPA/AP/web AP DPA

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