"Mars-Express" Wasser auf dem Mars


Voller Erfolg für die europäische Mars-Sonde "Mars Express". Sie konnte frühere Funde von Eis an den Polen des Planeten bestätigen und bewies, dass auch einst Wasser über den Roten Planeten floss.

Die Europäische Raumfahrtbehörde ESA hat eine positive Zwischenbilanz der ersten europäischen Mars-Expedition gezogen. Die Sonde "Mars Express" habe frühere Funde von Eis an den Polen des Planeten bestätigt und liefere scharfe dreidimensionale Bilder von der Oberfläche, sagten Spezialisten des ESA-Kontrollzentrums in Darmstadt.

Flüssiges Wasser, das als Grundbaustein für mögliches Leben auf dem Mars gilt, wurde allerdings nicht entdeckt. Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) sprach am Freitag von einem "gigantischen Erfolg" für die europäische Raumfahrt. Alle sieben Instrumente der um den Mars kreisenden Sonde arbeiteten einwandfrei und lieferten spektakuläre Ergebnisse. In Deutschland produzierte Instrumente seien wesentlich an den Messungen beteiligt. Deutschland trägt rund 80 Millionen Euro zu der 300 Millionen Euro teuren Expedition bei.

Nahaufnahmen vom Roten Planeten

Der Flugdirektor am ESA-Kontrollzentrum, Michael McKay, sagte, "Mars Express" vermesse und fotografiere derzeit Teile der Planeten-Oberfläche. Dabei sei auch gefrorenes Wasser mit Hilfe eines Spektrometers nachgewiesen worden. Das Instrument misst das vom Mars reflektierte Sonnenlicht und stellt so die Existenz von Eis fest. "Mars-Express" funkt zudem Nahaufnahmen vom Roten Planeten zur Erde. Die hoch auflösenden Farbkameras zeigen auch Bilder von einem riesigen Canyon. Dies ist für Wissenschaftler ein Beleg, dass es auf dem Mars einst große Mengen Wasser gegeben haben muss.

Die erste europäische Planeten-Expedition war am 2. Juni 2003 von Baikonur in Kasachstan gestartet. Weihnachten erreichte "Mars-Express" nach knapp sieben Monaten und mehr als 400 Millionen Kilometern ihr Ziel. Eine erste Schlappe brachte der Lande-Roboter "Beagle 2", der auf dem Mars Bodenproben analysieren sollte, seit seiner Landung aber verschollen ist. Die ESA konzentriert sich nun auf Fotos von der Sonde, die in einer Umlaufbahn den Planeten umkreist.

Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat fast zeitgleich eine Sonde zum Mars geschickt. Nach ersten Erfolgen verlor sie aber auch vor wenigen Tagen den Kontakt zu ihrem Landeroboter "Spirit".

Gibt es Wasser auf dem Mars?

Die Frage, ob es flüssiges Wasser auf dem Mars gibt, das ein Grundbaustein für Leben auf dem Planeten wäre, beschäftigt die Wissenschaft seit Jahrhunderten. 1877 beobachtete der Mailänder Astronom Sciaparelli mit seinem Fernrohr feine Linien auf dem Mars. Forscher vermuteten Bewässerungskanäle, in denen sie den Beweis für eine frühere Zivilisation auf dem Roten Planeten sahen. Die These lieferte Stoff für zahlreiche Science-Fiction-Romane. Bessere Teleskope widerlegten Anfang des 20. Jahrhunderts die Existenz von Kanälen, die Suche nach Wasser ging jedoch weiter. Auf Fotos früherer US-Sonden ließen sich Reste ausgetrockneter Rinnsale erkennen. Zudem wurde Wasser in Gas- und Eisform nachgewiesen.

Dass es einmal große Wassermengen auf dem Mars gegeben haben muss, ist Wissenschaftlern zufolge auch aus den riesigen Canyons zu schließen. Heute dürfte nach Expertenmeinung auf der Oberfläche aber kaum mehr Wasser zu finden sein, da es unter dem Atmosphärendruck sofort verdampfen würde. Eine Theorie vermutet Wasser unter der Oberflächedes Planeten.

Reuters Reuters

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker