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Abgestürzter Satellit: Trümmer von Rosat wohl ins Meer gestürzt

Die Absturzstelle des ausgedienten Satelliten Rosat ist gefunden. Er sei über dem Golf von Bengalen in die Erdatmosphäre eingetaucht, teilte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt mit. Der Flugkörper ist wohl zum größten Teil verglüht.

Der ausgediente Röntgensatellit Rosat ist über Asien in die Erdatmosphäre wiedereingetreten - mögliche Trümmerteile sind mit großer Wahrscheinlichkeit ins Meer gestürzt.

Der deutsche Röntgensatellit sei über dem Golf von Bengalen in die Erdatmosphäre eingetaucht, teilte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln mit. Der Eintritt über dem Meer zwischen Indien und Thailand erfolgte demnach am Sonntagmorgen um 3.50 Uhr. Ob Teile des 2,5 Tonnen schweren Satelliten die Erdoberfläche erreicht haben, sei nicht bekannt. Ein Großteil des Satelliten könnte verglüht sein.

Keine Trümmerteile an Land gesichtet

"Uns haben seit Sonntagmorgen keine Meldungen erreicht, dass es Sichtungen möglicher Trümmerteile über Land gegeben hat", sagte ein DLR-Sprecher. Im Vorfeld des Absturzes hatten Experten die Einschätzung geäußert, dass womöglich nur ein Teil des knapp 2,5 Tonnen schweren Satelliten beim Eintritt in die Atmosphäre durch Reibungshitze verglühen werde.

Rund 30 Einzelteile mit einer Gesamtmasse von 1,7 Tonnen, darunter ein großer Brocken von allein 1,6 Tonnen Masse, könnten nun mit mehr als 400 Kilometern pro Stunde ins Meer gestürzt sein. Da die Flugbahn von Rosat auch über Deutschland verlief, wurde auch ein Absturz über der Bundesrepublik nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Allerdings wurde die Wahrscheinlichkeit dafür als sehr gering eingestuft.

Der Röntgensatellit Rosat war im Juni 1990 von Florida aus ins All gestartet, um den Himmel mit einem Teleskop auf Quellen von Röntgenstrahlen abzusuchen. Da die Erdatmosphäre Röntgenstrahlen absorbiert, kann man die Strahlen nicht von der Erde aus untersuchen. Statt der ursprünglich geplanten 18 Monate war Rosat dann bis Februar 1999 im Einsatz, dann fiel ein Sensor aus, der Satellit wurde irreparabel beschädigt. Daraufhin wurde das 2,5 Tonnen schwere Gerät abgeschaltet.

che/lea/DPA/AFP / DPA