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Astronomie: "Super-Erde" im All entdeckt

Astromomen haben einen neuen Planeten entdeckt, der potenziell bewohnbar wäre. Auch wenn es noch keine Hinweise auf flüssiges Wasser oder Leben gibt - die Bedingungen sind gegeben. Die Forscher vermuten, dass noch viele solcher Planeten existieren.

Auf der Suche nach einem erdähnlichen Planeten sind Forscher schon lange. Jetzt ist ein neuer Kandidat aufgetaucht, der Hoffnungen auf außerirdisches Leben weckt: In einem nahen Sternensystem hat ein internationales Forscherteam eine möglicherweise bewohnbare "Super-Erde" entdeckt. Der Himmelskörper kreist um einen Zwergstern und bietet die richtigen Bedingungen für flüssiges Wasser, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt "The Astrophysical Journal Letters". Somit wäre dort Leben, so wie wir es kennen, durchaus denkbar, erklärte Hauptautor Guillem Anglada-Escudé von der Carnegie-Institution in Washington, der inzwischen an der Universität Göttingen arbeitet. Ob auf diesem sogenannten Exoplaneten aber tatsächlich Wasser oder gar Leben zu finden ist, wissen die Forscher noch nicht.

Exoplaneten oder Super-Erden werden jene Gestirne genannt, die vermutlich wie die Erde aus Gestein bestehen und ähnlich groß oder nicht viel größer sind - die Masse des jetzt entdeckten Planeten ist etwa viereinhalb Mal so groß. Seine Sonne, ein Zwergstern der M-Klasse und deutlich kleiner als unsere Sonne, umkreist er in nur 28 Tagen. Die Forscher gehen jedoch davon aus, dass die Super-Erde bei dieser Entfernung etwa die gleiche Menge an Energie oder Licht von seinem Heimatplaneten aufnimmt wie die Erde von der Sonne. Das erlaubt Temperaturen auf der Oberfläche des Planeten, die denen der Erde ähneln und bei denen es möglicherweise flüssiges Wasser gibt. Flüssiges Wasser wiederum liefert die Grundvoraussetzung für das uns bekannte Leben.

Kosmischer Nachbar

Der Heimatstern der Super-Erde trägt die Katalognummer GJ 667C. Er ist und 22 Lichtjahre von unserem Sonnensystem entfernt und zählt somit zu unseren kosmischen Nachbarn. Nach den Erkenntnissen der Forscher gibt es noch mindestens einen weiteren Planeten, der ihn umrundet - in nur 7,2 Tagen. Daneben umkreisen ihn möglicherweise noch eine weitere Super-Erde sowie ein großer Gasplanet, allerdings in größerem Abstand. Das schließen die Forscher aus einem regelmäßigen Hin- und Hertaumeln des Zwergsterns, das aufgrund der Schwerkraft seiner Begleiter entsteht.

Die Entdeckung überraschte die Astronomen, denn das Dreifachsternsystem GJ 667 hat im Vergleich zu unserer Sonne nur wenige chemische Elemente wie Eisen, Kohlenstoff und Silizium vorzuweisen, aus denen Gesteinsplaneten wie die Erde aufgebaut sind. "Dieser Stern wurde als ziemlich unwahrscheinliche Heimat für Planeten angesehen", erläuterte Ko-Autor Steven Vogt von der Universität von Kalifornien in Santa Cruz in einer Mitteilung seiner Hochschule. M-Klasse-Zwerge wie GJ 667C gehören zu den häufigsten Sternen in der Milchstraße. "Die Entdeckung dieses Planeten, so nah und so früh, legt die Vermutung nahe, dass es in unserer Galaxie nur so wimmelt von Milliarden potenziell bewohnbarer Gesteinsplaneten."

spo/ DPA / DPA
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