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Blutmond: Längste Mondfinsternis seit mehr als zehn Jahren

Roter Mond über Europa: Am Mittwoch kommt es zu einer besonders langen Mondfinsternis am Sternenhimmel. Dieses Himmelsspektakel ist von Deutschland aus erst in vier Jahren wieder zu sehen.

Video-Animation: So entsteht eine Mondfinsternis

Bei wolkenfreiem Himmel ist am Mittwochabend über Deutschland eine totale Mondfinsternis zu sehen. Der Vollmond wird bereits komplett verfinstert sein, wenn er gegen 21.30 Uhr kurz nach Einbruch der Dämmerung im Südosten aufgeht. Die besten Beobachtungschancen dürfte es aber erst mit zunehmender Dunkelheit am späten Abend geben.

Nur bei Vollmond kann es eine totale Mondfinsternis geben. Der Mond steht dabei von der Sonne aus gesehen genau hinter der Erde und taucht in ihren Schatten ein. Er wird jedoch nicht komplett finster: Langwelliges Licht, das von der Erdatmosphäre gebrochen und in den Schattenbereich gelenkt wird, färbt den Mond während der Finsternis rotbraun.

Die Mondbahn ist gegen die Erdbahn leicht gekippt, deshalb kommt es nicht bei jedem Vollmond zu einer Finsternis. Meist wandert der Vollmond ober- oder unterhalb des Erdschattens vorbei. Aus demselben Grund kommt es auch nur selten bei Neumond zu einer Sonnenfinsternis, der Mondschatten muss dazu auf die Erde treffen und nicht ober- oder unterhalb an ihr vorbeiwandern.

Entgegen dem landläufigen Eindruck sind Mondfinsternisse seltener als Sonnenfinsternisse: Auf fünf Sonnenfinsternisse kommen im gleichen Zeitraum im Schnitt nur etwa drei Mondfinsternisse. Da Mondfinsternisse jedoch stets von der gesamten dem Mond zugewandten Erdhalbkugel aus zu sehen sind, Sonnenfinsternisse jedoch nur in einem maximal 300 Kilometer schmalen Streifen, lassen sich Mondfinsternisse häufiger beobachten.

DPA/AFP / DPA