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Entdeckung: Sternen-"Autobahn" am Rand der Milchstraße

Forscher haben einen Strom schneller Sterne entdeckt, der unsere Galaxie umkreist. 30.000 Jahre wäre das Licht unterwegs, um von einem Ende der galaktischen "Autobahn" zum anderen zu gelangen.

Am Rand der Milchstraße rasen zahllose Sterne auf einer Art galaktischen "Autobahn" durchs All. Die kosmische Sternen-Schnellstraße ist mindestens 30.000 Lichtjahre lang und zieht sich vermutlich einmal komplett um unsere Heimatgalaxie, wie das US- italienische Entdeckerduo beim Amerikanischen Astronomenkongress im kanadischen Calgary berichtete. Die Sterne sind auf der galaktischen "Autobahn" mit rund 830.000 Kilometern pro Stunde unterwegs. Mit bloßem Auge ist der schnelle Sternenstrom nicht zu sehen.

Überbleibsel aus dem jungen Universum

Die Sonnen darin stammen nach Angaben von Carl Grillmair vom California Institute of Technology vermutlich aus einem uralten Sternhaufen, der vor mehr als einer Milliarde Jahre von den Gezeitenkräften der Milchstraße auseinandergerissen wurde. Damit wären die schnellen Sterne Überbleibsel aus dem jungen Universum.

Die Entdeckung stützt die Theorie, dass die Milchstraße früher tausende solcher gigantischen Sternhaufen beherbergt hat. "Wenn das stimmt, gibt es vielleicht hunderte oder sogar tausende solcher Sternenströme", sagte Grillmair, dessen Team drei der sechs zuvor entdeckten derartigen Sternen-Schnellstraßen gefunden hatte.

Die Gleichmäßigkeit des schmalen Sternenstroms deute darauf hin, dass sich der uralte Sternenhaufen sehr langsam aufgelöst habe. "Zudem verrät uns das Fehlen eines deutlichen Schlingerns, dass sich zumindest in den beobachteten 30.000 Lichtjahren keine großen Konzentrationen der unsichtbaren Dunklen Materie verbergen", erläuterte Grillmair. Das Phänomen dieser Sternenströme eröffne einen neuen Weg zur Erforschung der Zusammensetzung unserer Galaxie.

DPA / DPA
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