Eruption Sonnensturm sorgt für UFO-Angst


Der starke Sonnensturm, der zur Zeit um die Erde fegt, hat in Deutschland Polarlichter sichtbar gemacht, die viele Bürger fälschlicherweise für UFOs hielten.

Der starke Sonnensturm, der zur Zeit um die Erde fegt, hat zu heftigen Schwankungen des Erdmagnetfeldes geführt, aber nicht die befürchteten größeren Schäden angerichtet.

Sonnensturm lässt Polarlichter leuchten

Der starke Sonnensturm sorgte in der Nacht zum Donnerstag bei vielen Deutschen für Verunsicherung und zahlreiche UFO-Meldungen. Die gewaltige Menge an geladenen Teilchen des Sonnensturms rief die sonst nur in nördlichen Ländern auftretenden Polarlichter auch in Deutschland sichtbar hervor.

Polarlichter entstehen, wenn geladene Teilchen von der Sonne auf das Magnetfeld der Erde zufliegen und Sauerstoff- und Stickstoffatome zum Leuchten anregen. Treffen einfallenden Elektronen auf Sauerstoffatome, entsteht ein grünes oder rotes Polarlicht. Werden Stickstoffatome zum Leuchten angeregt, sind vorwiegend blaue und violette Farbtöne zu beobachten.

Zahlreiche UFO-Meldungen

"Im Minutentakt" seien ab 19.00 Uhr Anrufe besorgter Menschen eingegangen, die über rote bis grünliche Himmelserscheinungen berichteten, sagte Werner Walter von der Mannheimer UFO-Hotline Cenap. Der Deutschen Wetterdienst (DWD) registrierte Sichtungen von der Nord- und Ostsee bis zum Westerwald und nach Sachsen.

Sonnensturm sorgte für Polarlichter und ungenaue GPS-Daten

Der schwere Sonnensturm hat in der Nacht über Deutschland zu atemberaubenden Polarlichtern, aber auch zu Satelliten-Störungen geführt. Die Polarlichter waren als schlierenartige, grüne Lichter unter anderem am Nordhimmel über Rügen und Usedom sichtbar, sagte Frank Jansen, Leiter der Weltraumwetterwarte in Greifswald am Donnerstag. Besorgte Nordlicht- Beobachter meldeten sich aus dem ganzen Bundesgebiet beim Mannheimer Ufo-Telefon des Centralen Erforschungs-Netzes außergewöhnlicher Himmelsphänomene.

Probleme mit Satelliten

Durch die solare kosmische Strahlung konnten der ESA-Satellit SOHO, der deutsche Kleinsatelit CHAMP und der NASA-Satellit ACE nach Angaben Jansens zeitweilig keine Daten senden. Das Navigationssystem GPS, das auf die Übermittlung von Daten mehrerer Satelliten angewiesen ist, habe zeitweilig ungenaue Koordinaten geliefert, sagte Jansen.

Noch mehr Polarlichter zu erwarten

Nach Angaben des Astrophysikers bewegt sich eine weitere Plasmawolke auf die Erde zu. Sie kann am Abend zu neuen Polarlichtern führen. Laut Wetterprognosen bestehen wegen einer dicken Wolkendecke aber kaum Chancen zur Beobachtung. Ursache für die Sonnenstürme sind nach Jansens Worten zwei bis zu mehrere 100.000 Kilometer große Sonnenflecken auf der Sonne. Durch die Umwandlung von magnetischer Energie in Bewegungsenergie würden gigantische Gaswolken in das All geschleudert. Da die Flecken auf der erdzugewandten Seite liegen, sind die Auswirkungen derzeit besonders spürbar.

Astronauten auf der ISS brachten sich in Sicherheit

Auf sehr weit nördlich gelegenen Flugrouten fiel der Sprechfunk von Piloten durch den Sonnensturm aus. Britische Transatlantikflüge wurden daher auf südlichere Routen umgeleitet. Auf der Internationalen Raumstation ISS brachten sich die beiden Astronauten im hinteren Teil der Station in Sicherheit. Jeweils zwei Mal während der insgesamt drei Erdumrundungen sollten die ISS-Astronauten in dem am stärksten gegen Strahlung abgeschirmten Modul Schutz suchen, bis die ISS den Bereich des Sonnensturms wieder verlassen hat.

Sonneneruption ist 13 mal so groß wie die Erde

Noch in der kommenden Woche beträfen die Turbulenzen die Erde, teilten Weltraumforscher mit. Sie hatten zunächst den Ausfall von Fernsehübertragungen, GPS-Navigation und Satellitennavigationssystemen befürchtet. Die Partikelwolke, die durch eine spektakuläre Eruption auf der Sonnenoberfläche ausgelöst wurde, ist 13 mal so groß wie die Erde und bewegte sich mit rund acht Millionen Kilometern pro Stunde durch das All. Nach Angaben von amerikanischen Wissenschaftlern traf sie am Mittwoch um 07.13 Uhr MEZ auf das Magnetfeld der Erde, etwa zwölf Stunden früher als berechnet.

Sonnensturm ungefährlich für Menschen

Für Menschen ist der Sonnensturm nicht gefährlich, wie die Forscher betonten. Er rief am Mittwochabend am nördlichen Himmel farbenprächtige Polarlichter hervor, die sogar in Texas zu beobachten waren. Zuletzt traf ein derart gewaltiger Sturm 1989 auf die Erde und verursachte in der kanadischen Provinz Quebec zahlreiche Stromausfälle.


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