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Mars-Mission: Weiter Hoffnung auf Leben

Die Sonde Phoenix hat zwar eine aggressive Substanz im Mars-Boden entdeckt, die Forscher hoffen jedoch weiter auf Spuren von Leben. Weitere Tests sollen klären, wie lebensfeindlich die Substanz ist und wie sie auf den Mars gelangte.

Es ist wie eine Achterbahnfahrt: Vor kurzem spekulierten optimistische Wissenschaftler noch, dass - zumindest von der Bodenbeschaffenheit her - Gemüseanbau auf dem Mars möglich sein könnte. Doch nun entdecke die Raumsonde Phönix eine vielleicht lebensfeindliche Substanz: Perchlorat. Ein Ende der Hoffnung für Leben auf dem roten Planeten bedeutet der Fund jedoch nicht: Der Astrobiologe Kenneth Nealson von der University of Southern California sagte, dass manche Mikroben auf der Erde auch mit Perchlorat problemlos existieren könnten.

Für eine abschließende Einschätzung ist es allerdings noch zu früh. "Im Moment wissen wir noch nicht, ob das Vorkommen von Perchlorat eine gute oder schlechte Nachricht für die Mars-Expedition ist", sagte Peter Smith, der zuständige Projektleiter der Nasa. "Aber wir müssen uns nun Gedanken darüber machen, wie wir uns Leben auf dem Mars vorstellen." Sollten sich die Ergebnisse bestätigen, sei das spannend, weil die verschiedenen Typen von Perchlorat sich unterschiedlich auf die Lebensbedingungen auf dem Mars auswirken würden. "Das sind zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nur Spekulationen, so Michael Hecht, einer der Nasa-Chefanalytiker. "Noch wissen wir nicht, ob die zwei Teelöffel voll Marserde die Bedingungen auf dem gesamten oder zumindest einem großen Teil des Nachbarplaneten widerspiegeln." Um das herauszufinden sollen nun weitere Analysen mit dem Gas-Analysegerät (TEGA) folgen. Smith bat um etwas Geduld. Die Wissenschaftler müssten mit der gebotenen Sorgfalt arbeiten.

Perchlorat gibt es auch auf der Erde

Die in der Nähe des Mars-Nordpols gelandete Sonde "Phoenix" fand die Substanz in einer Bodenprobe. Perchlorat ist ein schnell oxidierendes Salz, das eine unfreundliche Umwelt schaffen könnte. Es kommt auf der Erde als natürlicher und vom Menschen geschaffener Schadstoff vor, der im Boden und manchmal auch im Grundwasser nachgewiesen werden kann. Perchlorat ist die Hauptsubstanz in Feststoffraketen und wird in der Pyrotechnik und bei Sprengstoffen verwendet.

In der vergangenen Woche untersuchten die Wissenschaftler mit dem TEGA Proben aus dem "Snow-White-Gebiet" des Mars auf Chlorgas, die Instrumente konnten jedoch nichts entdecken. "Hätten wir das Gas nachgewiesen, könnten wir uns absolut sicher sein, dass es Perchlorid auf dem Mars gibt", sagte der für die TEGA-Analyse zuständige Wissenschaftler William Boynton. Der Wissenschaftler vermutet nun, dass sie auf eine Perchlorat-Form gestoßen sind, bei deren Erhitzen kein Chlorgas entweicht.

Wie die Substanz auf dem Mars entstanden ist und wie stark sie dort vorkommt, ist noch unbekannt. Die Nasa prüft auch, ob "Phoenix" mit seinen Bremsraketen das Perchlorat auf den Mars gebracht haben könnte.

AP/REUTERS/nis / AP