Milchstraße Schwarzes Loch: Forscher legen Messlatte an


Vor dreißig Jahren wurde es entdeckt: ein Schwarzes Loch im Herzen unserer Milchstraße. Jetzt haben Forscher erstmals die Größe des dunklen Molochs bestimmt.

Drei Jahrzehnte nach der Entdeckung des Schwarzen Lochs im Zentrum der Milchstraße hat ein internationales Astronomenteam erstmals die Größe des "dunklen Herzens" unserer Galaxie direkt vermessen. Das rund 26 000 Lichtjahre entfernte Schwarze Loch und seine aktive Hülle sind mit rund 300 Millionen Kilometern nicht größer als die Erdumlaufbahn um die Sonne, wie die Forscher im Fachjournal "Science" (Online-Vorabveröffentlichung; DOI: 10.1126/science.1094023) berichten. Ein Lichtjahr ist die Distanz, die das Licht in einem Jahr zurücklegt und entspricht knapp zehn Billionen Kilometern.

Schwarzes Loch ist vierzehn Millionen Kilometer groß

Das Schwarze Loch selbst, das etwa vier Millionen Mal mehr Masse besitzt als unsere Sonne, ist den Berechnungen der Astronomen zufolge nur etwa 14 Millionen Kilometer groß. Die heiße Hülle, die intensive Strahlung im Bereich der Radiowellen aussendet, hat eine Temperatur von mehreren hundert Millionen Grad Celsius. Die direkte Beobachtung des "Masse-Monsters" im Herzen der Milchstraße wird durch dichtes interstellares Gas extrem erschwert, so wie dicker Nebel den Schein eines fernen Leuchtturms trübt und verzerrt.

Die Beschaffenheit des Schwarzen Lochs bleibt nach wie vor unklar

"Nach 30 Jahren hat sich mit Hilfe von Radioteleskopen endlich der Nebel gelichtet", kommentierte Teammitglied Prof. Heino Falcke vom niederländischen Radioobservatorium Westerbork. Die Forscher hatten ein Netzwerk amerikanischer Radioteleskope zwischen Hawaii und der Karibik zu einem einzigen, gigantischen Teleskop zusammengeschaltet. Über zahlreiche Beobachtungen, von denen jeweils nur die besten ausgewertet wurden, und mit Hilfe mathematischer Verfahren ließ sich schließlich die Größe des Schwarzen Lochs und seiner aktiven Hülle bestimmen.

Was genau im "dunklen Herzen" der Milchstraße vorgeht, wissen die Astronomen dadurch allerdings noch nicht, betonte der an der Arbeit beteiligte Geoffrey Bower von der Universität von Kalifornien in Berkeley. "Wir kennen jetzt die Größe des Objekts, aber das Geheimnis seiner exakten Beschaffenheit bleibt bestehen."

DPA


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