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Neues Microsoft Betriebssystem: Diese 7 Dinge müssen Sie über Windows 10 wissen

Microsoft hat einen umfassenden Blick auf sein neues Betriebssystem Windows 10 erlaubt. Wir fassen die wichtigsten Neuerungen zusammen und sagen, welche coolen Gadgets für Aufsehen sorgten.

Von Christoph Fröhlich

Die Messlatte liegt hoch: Microsoft will mit Windows 10 ein neues Kapitel in der Geschichte seines Betriebssystems aufschlagen. "Wir wollen, dass Windows 10 das meistgeliebte Windows aller Zeiten wird", sagte Microsoft-Chef Satya Nadella. Nutzer sollten es nicht nur benötigen, sondern auch lieben. Nadella strotzte bei der Präsentation am Mittwochabend nur so vor Selbstbewusstsein und schien sich seiner Sache ziemlich sicher zu sein. Kein Wunder: Neben neuen Einblicken in Windows 10 zeigte der Konzern auch eine Hologramm-Brille, die dem Betriebssystem die Show stahl.

Windows 10 sei für eine Welt gemacht, in der alles miteinander verbunden ist, sagte Nadella. Das neue Betriebssystem soll erstmals über alle Geräteklassen hinweg vom PC bis zum Smartphone eine einheitliche Plattform bieten. Wir fassen die wichtigsten Neuigkeiten des Abends zusammen.

1. Kostenloses Update auf Windows 10

"Wir sehen Windows 10 als einen Service. Die Frage nach der Versionsnummer macht in Zukunft keinen Sinn mehr", erklärte Microsoft-Mann Terry Myerson gleich zu Beginn der Veranstaltung. Dann legte er los: Alle Nutzer der Betriebssysteme Windows 7, Windows 8 und 8.1 werden im ersten Jahr ein kostenloses Update auf Windows 10 spendiert bekommen. Nur für Nutzer noch älterer Versionen wie Windows XP oder Vista ist damit eine Neuinstallation unumgänglich. Wie genau das Update-Prozedere laufen wird, ist noch nicht bekannt. Die Ankündigung allein sorgte aber schon für Begeisterung in den sozialen Netzwerken.

2. Neuer Look, altes Menü

Mit Windows 8 scheiterte Microsoft daran, ein Betriebssystem zu entwickeln, dass sowohl auf Bürocomputern wie Smartphones und Tablets intuitiv funktionierte. Mit Windows 10 soll nun der gleichzeitige Sprung auf alle Geräte gelingen. Neben einigen optischen Änderungen wie den überarbeiteten Desktop-Symbolen gibt es auch neue Funktionen. Ein an Android angelehntes Action Center ermöglicht den Schnellzugriff auf wichtige Einstellungen wie WiFi-Optionen oder Bluetooth und synchronisiert Nachrichten und Hinweise permanent zwischen Smartphone, Tablet und PC. Dadurch können Nutzer nahtlos zwischen mehreren Systemen wechseln. Apple-Nutzer dürfte dieses Feature bekannt vorkommen, denn mit Mac OS X Yosemite hat der iPhone-Hersteller bereits im vergangenen Herbst ein ähnliches System eingeführt.

3. Eine App auf allen Geräten

Doch was nützt das beste Betriebssystem, wenn es keine Anwendungen dafür gibt? Eben. Und genau an diesem Punkt hat Microsoft ordentlich nachgebessert: Mit Windows 10 gibt es die sogenannten "Universal Apps", mit denen Entwickler eine Anwendung auf allen Microsoft-Plattformen bereitstellen können.

Ein Beispiel: Entwickler müssen ein Spiel zukünftig nicht mehr für Windows Phone, Windows 8.1 und Xbox entwickeln, sondern nur noch für Windows 10. Das spart Entwicklungsaufwand und dürfte für eine größere App-Vielfalt auf Windows-Systemen sorgen. Das hat Microsoft bitter nötig: Mit dem Play Store beziehungsweise App Store sind die Konkurrenten Google und Apple in puncto App-Auswahl mittlerweile meilenweit voraus.

4. "Hey Cortana!" jetzt auch auf dem PC

Smartphone-Nutzer kennen den Sprachassistenten Cortana bereits, mit Windows 10 kommt das Siri-Pendant nun in einer verbesserten Form auch auf den PC. Die Software ist das wohl größte Puzzlestück in Microsofts Mobiloffensive: Mit Cortana soll Windows auf Mobilgeräten mit kleinen Displays leichter bedienbar sein. So kann Cortana Sportergebnisse des Lieblingsclubs anzeigen, Termine erstellen und Wettervorhersagen machen.

Doch auch auf dem PC ist der Sprachdienst nützlich: Cortana kann beispielsweise E-Mails schreiben, Musik abspielen oder den Cloud-Speicher OneDrive nach Fotos durchsuchen. Das alles ist nicht revolutionär neu und beherrschen auch die Konkurrenzsysteme Siri (Apple) und Google Now. Doch die spielerische Art, mit der Cortana die Sprachbefehle kommentierte, überzeugte in der ersten Bühnendemo. Cortana selbst spricht sieben Sprachen, darunter Englisch, Deutsch und Spanisch.

5. Tschüss Internet Explorer. Hallo Spartan.

Über den neuen Browser mit dem Codenamen Spartan sickerten bereits im Vorfeld der Präsentation einige Details durch. Nun stellte Microsoft den Nachfolger des Internet Explorers offiziell vor: "Es ist ein neuer Browser für das moderne Internet", sagte Microsoft-Manager Joe Belfiore. Er punktet mit einer sehr aufgeräumten, schlanken Oberfläche und erscheint sowohl für PCs als auch Smartphones. Interessantes Feature: In Spartan kann man handgeschriebene Notizen wie in einem Web-Dokument direkt im Browserfenster erstellen.

Zudem stecken unter der Haube zahlreiche Social-Media-Funktionen, so kann man etwa Screenshots direkt aus dem Browser teilen. Ebenfalls neu ist die Leseliste, in die Webseiten mit einem Mausklick eingefügt und offline gelesen werden können. Praktisch: Die Leseliste wird zwischen verschiedenen Geräten synchronisiert. Markiert man einen interessanten Text auf dem PC, kann man den Artikel später im Bus auf dem Smartphone lesen. Cortana ist ebenfalls in Spartan integriert.

6. Das Tablet ist jetzt die Xbox

Microsoft ist einer der Big-Player im Gaming-Geschäft, und das wird sich auch mit Windows 10 nicht ändern. Auf jedem Gerät ist zukünftig eine Xbox-App vorinstalliert, mit der man sich in Microsofts soziales Netzwerk Xbox Live verbinden kann. Die Spiele-Plattform Steam vom Entwicklerstudio Valve wird ebenfalls tiefgreifend in das System integriert. Mit der Tastenkombination [Windows] & [G] kann man direkt aus dem Spiel Videos aufnehmen - und diese lassen sich wiederum schnell teilen und kommentieren. Damit springt Microsoft auf den Zug der immer populärer werdenden "Let's Play"-Clips auf.

Ein echter Hingucker auf dem Wohnzimmer-Sofa: Mit Windows 10 ist es möglich, Games von der Xbox One direkt auf ein Tablet zu streamen. Phil Spencer, Chef der Microsoft Unterhaltungssparte, demonstrierte das mit dem hauseigenen Surface 3.

Die neue Datenbrille HoloLens

Die neue Datenbrille HoloLens

7. Microsoft setzt auf Hologramme

Eine echte Überraschung waren Microsofts Virtual-Reality-Projekte. Das Projekt "Windows Holograms" soll die echte Welt mit der digitalen verschmelzen. Die dafür nötige Datenbrille "HoloLens" - laut Microsoft der erste holographische Computer der Welt - zog Kinect-Entwickler Alex Kipman publikumswirksam unter einem weißen Tuch hervor. Durch die Brille können die Nutzer die echte Welt sehen, die speziellen Linsen blenden aber virtuelle Objekte in die Realität ein. In einer Live-Demo baute eine Microsoft-Mitarbeiterin eine virtuelle Drohne in der Luft. Fraglich ist allerdings, ob sich dieser Trend zeitnah durchsetzen wird - denn schick ist die Brille nicht gerade.