Neptun-Mond Kosmischer Partnertausch


Pikante Dreiecksgeschichten gibt es nicht nur bei Menschen, sondern auch im All: Astronomen haben Hinweise darauf, dass Neptun den Mond Triton einem anderen Himmelskörper ausgespannt hat - mit Hilfe seiner Gravitation.

Der Planet Neptun hat seinen größten Mond Triton einem anderen kosmischen Partner ausgespannt. Das schließen amerikanische Astronomen aus Berechnungen zur Herkunft des ungewöhnlichen Neptunbegleiters, der fast eineinhalbmal so groß ist wie der Nachbarplanet Pluto.

Demnach wanderte Triton zusammen mit seinem ursprünglichen Partner als Teil eines Doppelsystems durch das Sonnensystem und gelangte dabei in die Nähe von Neptun. Dieser sorgte mit seiner großen Anziehungskraft dafür, dass sich das Paar trennte: Triton wurde zum ständigen Begleiter des Planeten, während sein Ex-Partner durch die Trennung in die andere Richtung beschleunigt wurde und verschwand. Über ihre neue Theorie berichten Craig Agnor von der Universität von Kalifornien in Santa Cruz und sein Kollege Douglas Hamilton von der Universität von Maryland in College Park in der Fachzeitschrift "Nature".

Zusammenstoß als Beginn der Beziehung?

Triton ist nicht nur wegen seiner enormen Größe eine Ausnahmeerscheinung unter den Monden des Sonnensystems. Im Gegensatz zu allen anderen großen Satelliten umkreist er seinen Planeten nicht in der Richtung, in der dieser sich um die eigene Achse dreht, sondern entgegengesetzt. Dieses ungewöhnliche Verhalten lässt sich nur damit erklären, dass Triton ursprünglich um die Sonne statt um den Neptun kreiste und erst später von diesem eingefangen wurde. Wie Neptun das angestellt hat, ist allerdings umstritten.

Einige Astronomen glauben, Triton müsse mit einem anderen Neptunmond zusammengestoßen sein. Dabei habe er einen Teil seiner Energie verloren und sei dadurch langsam genug geworden, dass Neptun ihn mit seiner Gravitation festhalten konnte. Doch dazu müsste der Kollisionspartner eine ganz bestimmte Größe gehabt haben - groß genug, um den massigen Triton abzubremsen und nicht so groß, dass dieser beim Zusammenstoß vollständig zerstört worden wäre. Ein solches Zusammentreffen ist aber nach Ansicht der meisten Experten extrem unwahrscheinlich.

Dreierbegegnung könnte der Paarung zugrunde liegen

Dagegen könnte es Begegnungen von Neptun mit Doppelsystemen aus kleineren Himmelskörpern in der Vergangenheit durchaus mehrmals gegeben haben, glauben Agnor und Hamilton. Solche Paare sind im Sonnensystem sehr viel häufiger als lange angenommen.

Da sich die beiden Partner im Allgemeinen mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten umeinander bewegen, würde die Gravitation eines Planeten wie Neptun den einen wahrscheinlich beschleunigen und den anderen abbremsen, zeigen die Berechnungen der Forscher. Sie vermuten, dass ähnliche Dreierbegegnungen auch anderen ungewöhnlichen Paarungen im Sonnensystem zugrunde liegen könnten.

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