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Physik: Stephen Hawkings Nachfolger steht fest

Der Nachfolger des Astrophysikers Stephen Hawking auf dem Lucasischen Lehrstuhl für Mathematik an der Universität Cambridge steht fest: Der Physiker Michael Green, einer der Pioniere der String-Theorie, übernimmt den bekanntesten Lehrstuhl der Welt.

Wie die britische Tageszeitung "The Guardian" berichtet, wird der bereits an der Universität Cambridge tätige Physiker Michael Green den traditionsreichen Lucasischen Lehrstuhl für Mathematik übernehmen. Damit tritt der 63-Jährige in die Fußstapfen des Astrophysikers Stephen Hawking.

Hawking hatte Anfang dieses Monats bekanntgegeben, das er den Lehrstuhl aufgebe und offiziell in den Ruhestand eintrete. Mit 67 Jahren hatte der schwerbehinderte Wissenschaftler, der an der Muskelschwäche Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) leidet und von Kopf bis Fuß fast völlig bewegungsunfähig ist, die Altersgrenze für den Lehrstuhl, auf dem schon Isaac Newton lehrte, erreicht. 30 Jahre hatte Hawking den Posten inne, berühmt ist der Wissenschaftler vor allem für seine Theorien zum Ursprung des Kosmos und zu Schwarzen Löchern. Nach seinem Rückzug arbeitet Hawking, der einem breiten Publikum vor allem durch sein populärwissenschaftliches Buch "Eine kurze Geschichte der Zeit" und sein Werk "Das Universum in der Nussschale" bekannt ist, allerdings an der Universität weiter.

Pionier der String-Theorie

Sein Nachfolger, Michael Green, ist Mitglied der Britischen Royal Society und forscht und arbeitet in derselben Fakultät wie Hawking. Der Physiker gilt als einer der Pioniere der sogenannten String-Theorie. Dieser Theorie zufolge bestehen auch die verschiedenen Teilchen wie Photonen und Elektronen aus Strings, kleinen Saiten, die - je nach Teilchenart - unterschiedlich schwingen. Damit diese Theorie funktioniert, müsste unser Universum allerdings mehr als die drei bekannten Raumdimensionen haben. Befürworter dieser Theorie glauben, dass sich mit ihr zentrale Probleme der Physik lösen lassen: Sie könnte die Relativitätstheorie mit der Quantentheorie verbinden und so den Weg ebnen, um alle Kräfte und Teilchen, die in der Natur vorkommen, einheitlich zu erklären.

Ein großes Problem ist allerdings, dass die String-Theorie zwar schon seit einigen Jahrzehnten existiert, aber noch immer nicht durch Beobachtungen überprüft werden konnte. So schön und ästhetisch die Vorstellung von schwingenden Saiten, aus denen unser Universum aufgebaut sein soll, auch ist - bis jetzt gibt es keine Experimente, durch die die Aussagen bestätigt wurden. Dass nun ein Pionier der String-Theorie den Lucasischen Lehrstuhl für Mathematik innehat, dürfte den String-Ideen allerdings wieder Auftrieb verleihen.

lea