Raumfahrtprogramm Briten planen Alleingang zum Mond


Bereits 2010 könnten britische Raumschiffe zum Mond aufbrechen - wenn die Regierung den Plänen eines Forschungsbeirats zustimmt. Ausflüge zum Mond werden auch für Staaten mit kleinem Budget immer erschwinglicher.

In Großbritannien gibt es Pläne für ein eigenes Raumfahrtprogramm unabhängig von der Europäischen Raumfahrtagentur Esa. Der Rat für Teilchenphysik und Astronomische Forschung hat nach Informationen des Rundfunksenders BBC eine Studie vorgelegt, wonach bis zum Jahr 2010 Raumschiffe zum Mond geschickt werden könnten.

Aufgrund von Fortschritten bei der Entwicklung von kleinen Satelliten könnten die bisher auf 500 Millionen Euro geschätzten Kosten einer begrenzten Mondmission um mindestens ein Fünftel verringert werden, sagte der Vorstandschef des Satellitentechnikunternehmens Surrey, Martin Sweeting, der BBC.

Das Innere des Mondes kennen lernen

Sweeting stellte einen zweigeteilten Plan für den ersten britischen Alleingang im All vor: Bei der ersten Mission mit dem Namen "Moonlight" sollen von der Mondumlaufbahn aus vier pfeilförmige, koffergroße Sonden mit hoher Geschwindigkeit auf die Mondoberfläche geschossen werden. Sie sollen ins Mondgestein eindringen und dort unter anderem nach "Mondbeben" lauschen. Dies soll den Forschern neue Erkenntnisse in den Aufbau des Mond-Inneren eröffnen. Bei Erfolg könnte die Technologie auch zur Erkundung des Mars eingesetzt werden.

Laut Andrew Coates vom Mullard Space Science Lab, der die Idee mit ausgearbeitet hat, wäre es das erste Mal, dass das Innere des Mondes untersucht wird. "12 Astronauten und mehr als 40 unbemannte Sonden sind auf dem Mond gewesen und wir wissen immer noch überraschend wenig über unseren nächstgelegenen Nachbar", sagte er der BBC.

"Moonlight" soll den Platz für eine Mondbasis aussuchen

Sollte "Moonlight" Erfolg haben, soll ein Raumfahrzeug namens "Moonraker" folgen, das auf der Mondoberfläche landet und nach geeigneten Orten für einen bemannten Stützpunkt sucht. Die Erkundung soll Teil des Nasa-Programmes sein, das eine Besiedlung des Mondes ab 2020 plant.

aun/AP AP

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