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Raumsonde "Deep Impact": Der Kometenjäger ist auf Kurs

Die Nasa-Raumsonde "Deep Impact" ist weiterhin planmäßig auf Kollisionskurs mit dem Kometen Tempel 1. Am 4. Juli wird sie ein Geschoss auf den Kometen abfeuern und Bilder vom Aufprall machen.

Es wird der Crash des jungen Jahrhunderts: Mit einer Geschwindigkeit von mehr als 37.000 Stundenkilometern rasen der Komet Tempel 1 und ein kühlschrankgroßes kupfernes Geschoss der US- Weltraumbehörde Nasa aufeinander zu. Die Sonde sei derzeit noch 2,4 Millionen Kilometer vom Ziel entfernt, sagte der Leiter das Jet Propulsion Laboratory der Nasa, Charles Elachi, am Freitag in Pasadena (Kalifornien).

Der Aufprall in den frühen Morgenstunden des 4. Juli wird gewaltig. Das nur ein Meter große und 372 Kilo schwere Projektil der US-Raumsonde "Deep Impact" reißt voraussichtlich einen Krater bis zur Größe eines Fußballstadions und der Tiefe eines 14-geschossigen Hauses in den kartoffelförmigen Kometen. Mit 14 mal 5 Kilometern ist das Crash-Ziel halb so groß wie Bonn. Aus einer sicheren Entfernung von 8.600 Kilometern sendet die Raumsonde Bilder vom Frontalzusammenstoß zur Erde. Erst 14 Minuten später fliegt sie bis auf 500 Kilometer heran. Ein großer Moment für die Astronomie: Wissenschaftler hoffen, den ersten Blick auf einen freigelegten Kometenkern zu bekommen. Denn nach dem Aufprall sollen Eis, Staub und Gestein von der Außenhaut von Tempel 1 in die Luft schleudern.

Spektakel im Kosmos

Weil diese aufgewirbelten Teile die Sonnenstrahlen reflektieren, strahlt der Komet schlagartig heller. Die Nasa zündet damit pünktlich zum Unabhängigkeitstag der USA in 133 Millionen Kilometer Entfernung von der Erde ein kleines himmlisches Feuerwerk. Das wird an vielen Orten der Welt um 07.52 Uhr mitteleuropäischer Zeit mit einem Fernglas zu sehen sein. Astronomie-Foren im Internet empfehlen, ein Gebiet nordöstlich des Sterns Spica im Sternbild Jungfrau abzusuchen. Der "kleine verschwommene Punkt" sei Tempel 1.

"Zum ersten Mal überhaupt werden wir wissen, woraus der Komet besteht", sagte Elachi. Das durch den Einschlag freigesprengte Gemisch aus Eis, Gestein und Staub wird nach Nasa-Angaben auch erstmals einen Blick auf den Kern eines Kometen ermöglichen.

Der 1867 von dem sächsischen Astronomen Ernst Wilhelm Leberecht Tempel entdeckte kartoffelförmige Komet hat einen Durchmesser von rund fünf Kilometern. Der Aufprall wird ihn weder zerstören noch von seiner bisherigen Umlaufbahn abbringen. Für die Erde besteht nach Angaben der Nasa keinerlei Gefahr.

DPA