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Reparatur von "Hubble": 132 Millionen Dollar teure Kamera installiert

Der erste Außeneinsatz am Weltraumteleskop "Hubble" ist geglückt. Die US-Astronauten installierten in einer siebenstündigen Mission eine 132 Millionen Dollar teure neue Spezialkamera. Damit kann "Hubble" nun noch tiefer ins Weltall schauen als zuvor.

Die erste Reparatur am Weltraumteleskop "Hubble" ist gelungen: Bei ihrem über sieben Stunden langen Außeneinsatz am Donnerstag installierten die US-Astronauten John Grunsfeld und Andrew Feustel eine neue Weitsicht-Spezialkamera.

Feustel hatte dabei mehr als eine Stunde lang mit einem festsitzenden Bolzen an der alten Kamera zu kämpfen. "Der saß da seit 16 Jahren und wollte einfach nicht herauskommen", sagte Grunsfeld. Die alte Kamera wurde bereits im Dezember 1993 installiert und hat mehr als 135.000 Aufnahmen zur Erde gesendet. Die neue Kamera im Wert von 132 Millionen Dollar soll noch tiefere Einblicke in den Kosmos ermöglichen als bisher. Die Installation zählte zu den wichtigsten Arbeiten der fünften und letzten Wartung des Teleskops, das damit noch mindestens fünf Jahre weiterarbeiten soll. Neben kleineren Reparaturen ersetzten die Spezialisten in mehr als 500 Kilometer Höhe über der Erde auch einen Computer, der das Teleskop kontrolliert und Informationen zur Erde sendet.

Der Außeneinsatz der beiden Amerikaner begann mit leichter Verspätung gegen 15 Uhr Mitteleuropäischer Zeit und dauerte etwa eine halbe Stunde länger als ursprünglich geplant. Das Manöver galt als sehr riskant, da die Astronauten mit umherfliegendem Weltraum-Müll rechnen mussten.

Die Reparatur war auf Nasa-TV und im Internet zu verfolgen. "Ah, das ist fantastisch", sagte Grunsfeld als er aus dem Raumschiff "Atlantis" ins All schwebte. In den Helmen der beiden Männer waren Kameras eingebaut, damit das Nasa-Kontrollzentrum in Houston im US-Bundesstaat Texas sowie die Internet-Zuschauer jeden Handgriff verfolgen konnten.

Heute sind die Gyroskope dran

Während der elftägigen Wartungsmission sind insgesamt fünf Außeneinsätze vorgesehen. Am Freitag sollen mehrere Batterien und Gyroskope ausgewechselt werden. Gyroskope sind Schwingkreisel, die eine exakte Ausrichtung des Teleskops erlauben. Beim dritten Weltraumspaziergang am Samstag geht es um die Einrichtung eines "Cosmic origins Spectograph". Dieser soll bislang unerreichte Blicke auf schwach glimmende kosmische Objekte im Bereich der ultravioletten (UV) Strahlung ermöglichen. Außerdem wird eine weitere Kamera repariert.

Am siebten Tag der "Atlantis"-Mission stehen Reparatur und Aufrüstung des "Space Telescope Imaging Spectrographs" an, der seit 2004 nicht mehr funktioniert. Dies gilt als handwerklich anspruchsvollste Aufgabe, bei der die Astronauten rund 100 kleine Schrauben anzubringen haben. Außerdem sind isolierende "Stahldecken" zu montieren, die besonders sensible "Hubble"-Teile vor den enormen Temperaturschwankungen schützen sollen. Beim letzten Ausstieg am achten Missionstag werden wiederum Batterien sowie ein Sensor ersetzt.

Die Raumfähre "Atlantis" war am Montag zu ihrer elftägigen Reise aufgebrochen. Die US-Raumfahrtbehörde NASA erhofft sich von der Modernisierung des seit 1990 im All schwebenden Teleskops, dass es mindestens bis 2014 in Betrieb bleiben kann. Dann soll "Hubble" durch das Weltraumteleskop "James Webb" ersetzt werden.

DPA/AP/Reuters / AP / DPA / Reuters
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?