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Sternenhimmel: Sonne, Mond und Sterne im Jahr 2009

Im "Internationalen Jahr der Astronomie" gibt es am Sternenhimmel nicht nur für Experten einige Besonderheiten zu beobachten. Die nächste Mondfinsternis lässt allerdings lange auf sich warten.

Der Mond ist der bisher am besten erforschte Himmelskörper

Der Mond ist der bisher am besten erforschte Himmelskörper

Als Galileo Galilei vor 400 Jahren zum ersten Mal mit einem Fernrohr den Himmel beobachtete, machte er einige wichtige Entdeckungen. Neben den Gebirgen und Ringwällen auf unserem Mond fand er die vier hellen Monde des Jupiters, löste das Lichtband der Milchstraße in zahllose Sternpünktchen auf und beobachtete Flecken auf der Sonne. Seit der Erfindung des Fernrohres nahm die Erforschung des Weltalls einen rasanten Aufschwung.

Damals erlebte auch die theoretische Astronomie einen gewaltigen Fortschritt. Johannes Kepler stellte die ersten beiden seiner berühmten drei Planetengesetze auf. Damit löste er das alte geozentrische Weltbild endgültig ab, bei dem die Erde im Mittelpunkt stand, und ersetzte es durch das Kopernikanische Weltbild, bei dem die Erde um die Sonne kreist. Er beschrieb die Ergebnisse in seinem Werk "Astronomia Nova", das im Jahre 1609 gedruckt wurde. Nach 400 Jahren wollen Experten im "Internationalen Jahr der Astronomie" der Vereinten Nationen unter dem Motto "Das Weltall: Du lebst darin - entdecke es!" möglichst vielen Menschen Wissen über die Astronomie vermitteln. Sie wollen einen Blick auf den Himmel durch kleine und große Teleskope ermöglichen. Bei verschiedenen Veranstaltungen und Ausstellungen in über 130 Ländern soll im kommenden Jahr auch der Einfluss der Astronomie auf Kultur und Gesellschaft aufgezeigt werden.

Sonne hat einen Vorsprung auf das Jahr 2009

Schon in den Morgenstunden zu Silvester beginnt das astronomische Jahr 2009. Um 6.06 Uhr überschreitet die Sonne den Punkt ihrer scheinbaren Bahn, der den Beginn eines Sonnenjahres markiert. Da 2008 ein Schaltjahr war, hat die Sonne einen Vorsprung vor dem bürgerlichen Jahresanfang um Mitternacht am 31. Dezember.

Venus eröffnet den Jahresreigen als hell glänzender Abendstern. Mitte Februar 2009 erstrahlt sie in größtem Glanz am Abendhimmel. Im März verabschiedet sie sich vom Abendhimmel. Aber bereits im April wird unser innerer Nachbarplanet wieder sichtbar, und zwar am Morgenhimmel.

Der zweithellste Planet, der Riese Jupiter, verlässt kurz nach Jahresanfang den Abendhimmel. Mitte März erscheint er auf der morgendlichen Himmelsbühne. Im Sommer und Herbst tritt Jupiter als auffälliges Gestirn am südlichen Abendhimmel auf.

Saturn, der Ringplanet, ist zu Jahresbeginn während der zweiten Nachthälfte am Südosthimmel zu sehen. Das Frühjahr ist die beste Jahreszeit, um den ringgeschmückten Planeten zu beobachten. Doch 2009 wird auch der Blick durch ein Teleskop die Sicht auf seine Äquatorstreifen nicht ermöglichen. Denn man sieht zurzeit auf die schmale Kante des riesigen Ringes und erkennt deshalb nur zwei dünne Striche zu beiden Seiten des Saturnglobus.

Raumsonde rast am Merkur vorbei

Mars erscheint erst im Sommer am Morgenhimmel tief im Südosten. Bis Jahresende wird der rote Planet zu einem auffälligen Gestirn am Himmel der gesamten Nacht. Der kleinste Planet unseres Sonnensystems ist der Merkur. Er ist wegen seiner Nähe zur Sonne besonders schwierig zu beobachten und zeigt sich nur im Januar, April und Dezember. Am 30. September wird die amerikanische Raumsonde Messenger ein drittes Mal knapp an Merkur vorbeirasen um ihn zu vermessen und zu kartographieren, bevor sie Mitte März 2011 in eine Umlaufbahn um den Planeten eintritt.

Für Liebhaber von Finsternissen wird das Jahr 2009 ohne größere Vorkommnisse bleiben. Lediglich die partielle Mondfinsternis vom 31. Dezember ist von unseren Breiten aus zu beobachten. Die zwei Sonnenfinsternisse am 26. Januar und am 22. Juli bleiben von ganz Europa aus unbeobachtbar.

Sonnenlicht benötigt im Sommer 17 Sekunden mehr

Schon am 4. Januar eilt die Erde durch ihren sonnennächsten Bahnpunkt, das Perihel. An diesem Tag trennen uns nur noch 147,1 Millionen Kilometer von ihr und das Licht der Sonne trifft bereits nach acht Minuten und zehn Sekunden bei uns ein. Am 4. Juli ist es 17 Sekunden länger zur Erde unterwegs, denn die Sonnenentfernung beträgt dann 152,1 Millionen Kilometer - die Erde passiert ihr Aphel. Der astronomische Frühling beginnt 2009 am 20. März, wobei die Sonne um 12.44 Uhr von der Süd- auf die Nordhalbkugel des Firmaments wechselt. Die Tagundnachtgleiche tritt ein. Den Gipfel ihrer Jahresbahn erreicht die Sonne am 21. Juni im Sternbild Stier an der Grenze zu den Zwillingen. Exakt um 7.46 Uhr (Sommerzeit) passiert die Sonne den Sommerpunkt. Nach der Sommersonnenwende steigt sie wieder ab und überschreitet am 22. September um 23.19 Uhr (Sommerzeit) zur Herbsttagundnachtgleiche den Himmelsäquator in südlicher Richtung. Ihren Jahrestiefststand nimmt die Sonne zur Wintersonnenwende am 21. Dezember um 18.47 Uhr ein, wobei sie im Sternbild Schütze den Winterpunkt passiert.

Nach dem Gregorianischen Kalender ist das Jahr 2009 ein Gemeinjahr zu 365 Tagen. Das Jüdische Jahr 5770 beginnt am 18. September mit Sonnenuntergang. Der Beginn des Islamischen Jahres 1431 fällt auf den 17. Dezember zu Sonnenuntergang. Am 26. Januar feiern die Chinesen den Beginn des Jahres des Ochsen. Einer alten chronologische Tradition folgend steht das Jahr 2009 unter der Regentschaft des Mars. Auch im Jahr 2009 ist die Einführung der Sommerzeit geplant. Sie soll vom 29. März bis 25. Oktober gelten.

DPA / DPA